FTL DeepDive bei Penta in Berlin

Nie wieder mittelmäßiges Banking – so lautet das Credo des Berliner Fintechs Penta. Selbiges lud die Fintech Ladies am 15. August 2018 zu einem DeepDive ein. Penta bietet Geschäftsbanking für KMUs und stellte den Teilnehmerinnen den Weg von der Idee zum Produkt vor. Dabei geht es Penta vor allem um Einfachheit, Kundenorientierung, Sicherheit, Schnelligkeit und Transparenz. Besonders das umfassende Einbeziehen des Kundenfeedbacks zeichnet Pentas Herangehensweise an die Weiterentwicklung des Produktes aus. Dies weckte das Interesse der Teilnehmerinnen und erzeugte spannende Diskussionen.

 

Vielen Dank an Jessica Holzbach und ihre Kolleginnen für den tollen Abend und den spannenden Einblick in die Welt von Penta. Wir kommen gerne wieder 🙂

15% Frauenanteil in Start-ups bei fast 30% Gründerinnen – Female Founders Monitor verspricht Aufwärtstrend

Start-ups sind der Mittelstand von morgen – und sie haben das Zeug, Global Player von übermorgen zu sein. So lautet es im Vorwort der kürzlich veröffentlichten Studie Female Founders Monitor (kurz FFM). 

Die Macher der Studie haben sich 1.800 Start-Ups angeschaut und festgestellt: Die Frau von heute entdeckt das Gründen für sich. Alleine bei den befragten Unternehmen sind ein Viertel davon mit Frauen im Gründungsteam besetzt und 145 Unternehmen wurden ausschließlich von Frauen gegründet. Der Female Founders Monitor 2018 möchte aber noch mehr Frauen ermutigen, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. #starkefrauenstarkewirtschaft

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie sind folgende Punkte:

  • Der Anteil von Frauen in Start-ups hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht und liegt heute bei 14,6 %. In 28% der untersuchten Start-ups sind Frauen als Gründerinnen oder Mitgründerinnen vertreten. Dabei liegt die Größe der weiblichen Entrepreneur-Teams im Durchschnitt bei 1,3 Personen (bei männlichen Teams sind es 2,2 Personen)
  • Gründerinnen nehmen die Dinge selbst in die Hand: Sie gründen häufig allein und kommen ohne große externe Kapitalaufnahmen aus.
  • Gründerinnen wollen mit ihren Start-ups vor allem eins: schnell profitabel und damit von anderen unabhängig sein.

Ferner stellt der Report 10 interessante Thesen auf, die wir euch gerne vorstellen möchten.

  1. Frauen gründen häufiger alleine und zum ersten Mal.
  2. Gründerinnen haben häufiger einen Hintergrund in sozialen und kreativen Fächern, jedoch seltener in MINT-Fächern
  3. Gründerinnen priorisieren die Profitabilität, Gründer das Unternehmenswachstum
  4. Gründerinnen planen weniger häufig mit externen Kapitalaufnahmen und finanzieren sich seltener durch Business-Angels oder Venture Capital.
  5. Frauen gründen häufiger im Bereich E-Commerce oder Bildung, Männer häufiger im IT- oder Software-Bereich
  6. Gründerinnen bewerten die Innovativität ihres Start-ups zurückhaltender als Gründer.
  7. Gründerinnen schätzen den Einfluss der Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell geringer ein.
  8. Gründerinnen priorisieren Marketing-Kooperationen, Gründer streben F&E-Kooperationen an.
  9. Im Falle des Scheiterns würden Frauen im Vergleich zu Männern seltener ein weiteres Start-up gründen
  10. Gründerinnen setzen in ihrer Arbeit häufiger auf Koordination, Gründer auf Spezialisierung und in gemischten Teams zeigen sich teilweise positive Synergien.

Was denkt ihr zu den Thesen? Könnt ihr euch wiederfinden und habt ihr Tipps, die ihr mit uns teilen möchtet? Dann meldet euch hier mit einem Kommentar.

Übrigens: Auf Female Founders StartupSpot findet ihr eine Datenbank, in der alle deutschen Start-ups mit weiblichen Gründerinnen zu finden sind und wo man sich auch selber registrieren kann. Also, auf geht’s!

“Needs & Leeds” beim FTLDeepDive bei der paysafecard

Vor etwas über zwei Jahren wurden die Fintech Ladies in Deutschland ins Leben gerufen. Das Netzwerk wurde von Christine Kiefer gegründet und möchte Gründerinnen und Geschäftsführerinnen, Entscheiderinnen, Beraterinnen und interessierte Frauen aus der Fintech- und InsurTech-Szene zusammenbringen. Seit der Gründung sind die Fintech Ladies in Deutschland enorm gewachsen. Das Netzwerk unterstützt heute mehr als 450 Ladies aus dem Finanzwesen, die sich gegenseitig in der von überwiegend Männern dominierten Branche unterstützen möchten.

Neben einem Schweizer Hub wurde in Österreich ein neuer Standort ins Leben gerufen, welcher nun offiziell gestartet ist. Susanne Krehl, Managing Director Austria & Switzerland bei Barzahlen, und Johanna Maria Leiner, Head of Policy & Assurance bei der Paysafe Group, leiten den österreichischen Ableger und laden die lokale Community fortan zu regelmäßigen Treffen ein. Bei den sogenannten Fintech DeepDives trifft sich die lokale Community quartalsweise bei ausgewählten Unternehmen, die über ihren Werdegang und aktuelle Herausforderungen in der Branche berichten. Die Sessions geben ferner Insights in die Praktiken der Branche und ermöglichen persönliche Gespräche.

Susanne Krehl & Johanna Maria Leiner (v.l.n.r.) © Martina Siebenhandl

Am 23. Mai 2018 fand das erste Treffen bei der paysafecard in Wien statt. Der Teilnehmerinnen-Kreis war bunt gemischt: Insgesamt waren 17 Ladies von der Finanzmarktaufsicht, Banken, Rechtsanwaltskanzleien, Versicherungen, Beratungsfirmen, Start-Ups und Finanzunternehmen anwesend.

Johanna Maria Leiner stellte zuerst das Unternehmen vor, bei welchem sie seit dem Jahr 2013 beschäftigt ist und zeigte Neuerungen der Branche auf. Die Paysafe Group verfügt über eine englische Lizenz der Financial Conduct Authority (kurz: FCA) und bietet Prepaid-Lösungen unter den Marken paysafecard und mypaysafecard an. Die paysafecard ist ein weltweit in 45 Ländern und an über 600.000 Verkaufsstellen verfügbares Online-Prepaid-Zahlungsmittel. Vom Firmensitz in Wien aus hat sich der Zahlungsdienstleister mit den Marken paysafecard, mypaysafecard und paysafecard Mastercard® zu einem der Marktführer für Prepaid-Zahlungsmittel entwickelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 in Österreich gegründet und gehört zur englischen Paysafe Gruppe.

Der ganze Abend stand unter dem Motto „Needs & Leeds“ – also gezieltes Networking auf höchstem Niveau. Andrea Dunlop, CEO Acquiring bei der Paysafe Group, sprach nach der Firmenvorstellung in ihrer Präsentation über übliche geschlechtsspezifische Rollenverteilungen, in welcher Frauen oftmals selbstkritisch, perfektionistisch und eher risikoscheu veranlagt sind. In diesem Zusammenhang sprach sie auch die Wichtigkeit von Netzwerkvereinigungen wie das der Fintech Ladies an, da sich die Teilnehmerinnen hier auf Augenhöhe austauschen, Empfehlungen aussprechen können und sich zugleich gegenseitig inspirieren.

„Jede von uns kann ein Game Changer sein – Du musst nur an Dich glauben, einen Schritt nach vorne gehen und stets die Gelegenheiten, die sich Dir anbieten, beim Schopfe packen“, so Andrea. Um erfolgreich zu sein, muss man auch mal bewusst Risiken eingehen und für so andere sichtbar werden, so ihre Meinung. Von selbstbewussten Frauen, die mehr Präsenz zeigen und sich selbst vermarkten, profitieren letztlich auch die Unternehmen.

Kennenlernen beim FTL DeepDive © Martina Siebenhandl

Im Verlaufe des Abends stellten sich alle Teilnehmerinnen kurz vor und erzählten von ihren persönlichen Karriere-Geschichten. Außerdem wiesen sie darauf hin, wie sie persönlich das Netzwerk bereichern und in welchem spezifischen Bereich sie den anderen Teilnehmerinnen Unterstützung anbieten können. Die Geschichten über die individuellen Karrierewege – geprägt von großen Erfolgen aber auch so manchen Herausforderungen – war eine inspirierende Erfahrung für alle.

Need & Leeds © Martina Siebenhandl

Der gelungene Abend endete mit einer kleinen Besichtigungstour durch das Bürogebäude der paysafecard – übrigens ausgezeichnet als „Great Place to Work“ – und viel Networking unter den Ladies, leckerem Fingerfood und einem Glas Wein. “Unser erstes Wiener Fintech Ladies Treffen war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Der Austausch mit allen Beteiligten hat gezeigt, wie wichtig Netzwerke einfach sind. Insbesondere gezielte Vereinigungen rund um ein kompetentes Expertenumfeld wie unser Fintech Ladies Netzwerk, sind extrem wichtig für einen wachsenden Industriezweig”, resümiert Johanna Maria Leiner den Abend.

© Martina Siebenhandl