Fintech Week: Interview mit Keynote Speakerin Dr. Manuela Rabener

Von heute an steht Hamburg für fünf Tage voll und ganz im Zeichen der Finanztechnologie, kurz Fintech. Denn heute startet die Fintech Week. Die Veranstaltungswoche geht vom 15. bis 20. Oktober 2018.

Wir haben bereits berichtet, dass die Fintech Ladies den Montagnachmittag aktiv mitgestalten. Dazu zählen die Fintech Stories, die am 15. Oktober 2018 im Zeitraum von 14.00 – 17.00 Uhr im Hamburger betahaus stattfinden. Bei den Fintech Stories erzählen fünf Protagonisten ihre persönliche Success Story. Eröffnet wird dies mit einer Keynote von Dr. Manuela Rabener von Scalable Capital.

Die Fintech Stories mit Manuela

Manuela ist Co-Founderin von Scalable Capital. Das Unternehmen hat innerhalb kurzer Zeit den Markt der Robo-Advisor erobert und mittlerweile mehr als eine Milliarde Assets unter Management. Hier gibt Manuela vorab ein paar Einblicke in ihre Success Story.

Bei Scalable Capital ist sie für alles verantwortlich, was mit der Außenkommunikation zu tun hat. Dazu zählen Marketing, Pressearbeit, CRM und Corporate Design. Das Unternehmen verfügt über zwei Büros: in London und in München (sie sitzt mit ihrem Team in London), die es über die Landesgrenzen hinweg zu koordinieren gilt. Mehr zu ihrem Werdegang, ihren Aufgaben sowie aktuellen Herausforderungen wird euch Manuela sicherlich auf der Fintech Week verraten – hier folgt nun unser Interview.

Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener
Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener

Interview

FTL: Manuela, was war die wichtigste Erfahrung für dich als Gründerin?
Manuela: „Das Scheitern und die Analyse der Gründe dafür. Mein erstes Startup hat nicht funktioniert und ich habe extrem viel dadurch gelernt. Ich bin jetzt viel kritischer in meiner Bewertung des Potenzials einer Idee, würde keinesfalls mehr Anteile im Gegenzug für eine Medialeistung eines Partners hergeben und kann Annahmen eines Businessplans deutlich realistischer einschätzen.

Spannend fand ich auch herauszufinden, wie leicht oder wie schwer es einem fällt, sich nach mehreren Jahren mit einem sehr guten, sicheren Gehalt wieder auf einen niedrigeren Lebensstandard einzustellen. Denn Gründen ist ja in den Anfangsjahren finanziell nicht sexy, auch wenn man in den Medien zumeist von erfolgreichen Gründern liest, die irgendwann Millionäre werden. In der Realität müssen Gründer – gerade zu Beginn – den Gürtel erst einmal enger schnallen. Und nicht immer wird man langfristig dafür belohnt. Mit diesem Risiko und damit, dass so mancher Peer an einem vorbeizieht in Sachen Gehalt, muss man leben können, sonst wird man als Gründer nicht glücklich und gibt womöglich zu früh auf.“

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Manuela: „Die konsequente Personalisierung durch die Nutzung von Technologie. Wir kommen aus dem Zeitalter der Massenproduktion, die den Nutzen mit sich brachte, dass mehr Menschen immer günstigere Produkte konsumieren konnten. Das Individuelle fiel dabei jedoch unter den Tisch, weil es zu kostenaufwändig gewesen wäre.

Jetzt steht der nächste Schritt an: In der Vermögensverwaltung werden das zum Beispiel individuell zusammengestellte und verwaltete Portfolios ab sehr kleinen Anlagesummen sein. Ohne höhere Kosten – dank Technologie.“

FTL: Welche Fintech-Start-Ups haben deiner Meinung nach die beste Chance, ganze Märkte umzukrempeln und warum?
Manuela: „Im Bereich der Geldanlage, in dem ja auch Scalable Capital aktiv ist, gibt es ein enormes Potenzial. Denn mit Technologie lässt sich hier noch vieles verbessern – übrigens nicht nur für Anleger kleinerer Summen, sondern auch für vermögende Kunden. Siehe das Stichwort „Personalisierung“, das ich ja bereits angesprochen habe.

Aber auch im Verstehen und der Schaffung von Transparenz zu Risiko-Rendite-Aspekten ist noch einiges an Fortschritt drin. Ich rechne zum Beispiel fest damit, dass wir noch viel mehr Fortschritt beim Thema nachhaltige Geldanlagen sehen werden, sobald man die finanziellen Trade-offs besser berechnen und an die Investoren kommunizieren kann und ihnen bessere Möglichkeiten geben kann, ihre Portfolios individuell zusammenzustellen.

Fintechs, die hier mitmischen und Technologien entwickeln, die auch für etablierte Banken und andere Unternehmen geeignet sind, können diesen Bereich anhaltend prägen.“

FTL: Welche Lady sollten wir für unseren Blog interviewen?
Manuela: „Dorothee Blessing fände ich spannend. Sie hat sich im sehr männerdominierten Investment-Banking nach oben gekämpft und das schon vor 20 Jahren. Ich fände es toll, mehr dazu zu hören, wie sie das geschafft hat – von ihrem sicherlich hohen Arbeitspensum und ihrer Intelligenz mal abgesehen. Und ich bin mir sicher, dass sie die eine oder andere spannende Anekdote zu erzählen hätte.“

FTL: Und nun zu unserer Abschluss-Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Manuela: „Ich bin erst vor kurzem Mutter geworden und verbringe jetzt am liebsten jede freie Minute mit meiner Tochter. Es ist wunderbar zu sehen, wie sie die Welt und ihre täglich vielfältigeren Fähigkeiten entdeckt.“

Wow, sehr inspirierend! Danke liebe Manuela – wir sind total gespannt auf Deine Fintech Story im Rahmen der Fintech Week. Manuela ist übrigens auch auf LinkedIn aktiv – schaut doch mal vorbei und vernetzt euch. 

Ereignisreicher Juni bei den Fintech Ladies

Wir blicken auf einen Juni voller Ereignisse zurück. Unsere Fintech Ladies waren fleißig unterwegs und haben für viele tolle #FTLDeepDives in unseren deutschen Hubs gesorgt. Außerdem sind einige der Fintech Ladies auch zu zahlreichen anderen Events ausgeschwirrt. Hier ein kleiner Round-Up mit unseren Juni-Highlights:

Hub Berlin: 11. Juni 2018 #FTLDeepDive
Anfang Juni hatte sich Christine Kiefer eine ganz besondere Location für einen DeepDive überlegt. Wir waren wir zu Gast bem Deutscher Bundestag. Wir danken MdB Matthias Hauer für den Empfang und die spannenden Einblicke!

Deutscher Bundestag: Zu Besuch bei Matthias Hauer

Hub Frankfurt: 14. Juni 2018 #FTLDeepDive
Benjamin Michel, PR Manager bei Finanzguru, weihte die Frankfurter Fintech Ladies in das Business Model und die Unternehmensgeschichte des Fintech-Unternehmens ein. Finanzguru hat einen digitalen Finanzassistenten entwickelt, der alle gewünschten Konten und Verträge übersichtlich in einer App bündelt.

Zu Gast bei dem Frankfurter FinTech Finanzguru

Hub München: 19. Juni 2018 #FTLDeepDive
Die Müncher Ladies hatten auch einen spannenden Gastgeber: Deloitte lud zu sich ein. Frage des Abends war: „Wie bekommt man als Robo-Advisor eine BaFin Lizenz?“ Sabine Schwarz von Deloitte stand dazu den zahlreichen Teilnehmerinnen Rede und Antwort.

Fintech Ladies München bei Deloitte

Berlin, die Zweite: 19. Juni 2018
Digitale Transformation war das Thema des Banking Club Treffens am 19. Juni in Berlin. Unsere Fintech Lady Sara Amini, Entrepreneur In Residence bei FinCompare, eröffnete die Fintech-Session mit einem starken Auftritt zum Thema „Warum Banken und Fintechs die Digitalisierung weiblicher denken müssen“. Außerdem wies sie in dem Zusammenhang auf die Ziele unseres Netzwerks hin: Vorurteile abbauen, Frauen in der Finanzbranche fördern und Netzwerke schaffen.

Sara Amini ©Foto by Banking Club

Frankfurt, 19. Juni 2018

Sommerfest Fondsfrauen

Jana Ebner war zu Gast auf dem Sommerfest der Fondsfrauen. Auf dem Bild sehen wir sie zusammen mit Anne Connelly, eine der 3 Gründerinnen der Fondsfrauen (s. auch unser Blogbeitrag).

Hub Hamburg: 21. Juni 2018 #FTLDeepDive
Mitte Juni waren die Hamburger Ladies bei ZINSLAND zu Gast. ZINSLAND betreibt Crowdfunding zur transparenten Beteiligung an Immobilien-Projekten renommierter Projektentwickler. Beim DeepDive ging es unter anderem um das Thema Frauen in Führungspositionen und wie man “alles unter einen Hut” kriegen kann.

FTL Hamburg @ZINSLAND

Berlin, die Dritte: 29. Juni 2018
Und zu guter Letzt fand Ende Juni der zweite Compliance Lunch, geführt von Daniela Reimann (Director Legal, Risk & Compliance bei smava) statt.  Wenn ihr Interesse habt, hier beim nächsten Treffen dabei zu sein, meldet euch bei  unter berlin@fintechladies.com an. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!

Foto vom 1. Compliance Lunch in Berlin

Fintech Ladies meets Fondsfrauen

Eine inspirierende Podiumsdiskussion zum Thema Finanztechnologie gab es am 20. März beim Regionalmeeting der Fondsfrauen in Zürich in der Schweiz. Und wer darf da als Branchen-Expertin nicht fehlen? Ganz klar, die Gründerin der Fintech Ladies, Christine Kiefer.

“Das Event der Fondsfrauen in der Schweiz, an dem die Schweizer Fintech Ladies teilnehmen durften, war ein voller Erfolg. Unsere Netzwerke und unsere Themen ergänzen sich hervorragend und der Austausch mit Gleichgesinnten hat riesig Spaß gemacht. Ich freue mich, dass wir jetzt auch in der Schweiz einen neuen Hub gefunden haben, der unsere Präsenz im DACH-Raum weiter stärkt “, fasst Christine Kiefer, Gründerin  der Fintech Ladies, ihre Eindrücke vom Treffen zusammen.

Ein starkes Netzwerk für Frauen

Doch von vorne weg. Wer sind eigentlich die Fondsfrauen? Das Netzwerk ist eine Initiative von Frauen für Frauen in der Investmentfondsbranche. Also eine perfekte Symbiose zu uns Fintech Ladies 🙂 Die Initiative wurde im November 2014 von drei Veteraninnen der Fondsindustrie ins Leben gerufen: Anne E. Connelly, Anke Dembowski und Manuela Fröhlich.

Drei starke Mission Statements prägen die Vereinigung:

  1. Die Fondsfrauen möchten ein Netzwerk für einen regelmäßigen Austausch bilden, um Frauen bei ihren persönlichen und beruflichen Zielen zu unterstützen
  2. Die Fondsfrauen setzen sich für die Karriere und der Förderung von Frauen in der Investmentfondsbranche ein
  3. Die Fondsfrauen möchten ihren weiblichen Geschlechtsgenossinnen Inspirationen bieten für mehr eigenverantwortliches Anlegen und finanzielle Unabhängigkeit

Gelöste Stimmung und ein Blick hinter die Kulissen von Fintechs, Robos, Blockchain

In den Räumlichkeiten von Vontobel, einer Schweizer Investmentbank mit Sitz in Zürich und ein Unterstützer der Fondsfrauen, trafen sich rund 80 Damen aus der Investmentfonds-Szene zum jährlichen Regionalmeeting. Auf dem Programm standen Impulsvorträge von Vontobel und den Fondsfrauen, sowie die Vorstellung der Studie Fearless Girls, eine von den Fondsfrauen und der Universität Mannheim gemeinsam entwickelte Studie, die erforscht, warum sich (leider) zu wenige junge Frauen für die Fondsbranche entscheiden. 

Zum Ende des Treffens folgte die langersehnte Podiumsdiskussion zu “Fintechs, Robos, Blockchain: Ein Blick hinter die Schlagworte mit smarten Frauen aus der Fintech-Szene”, moderiert von Fondsfrau-Mitgründerin Anke Dembowski. Im Rahmen der Diskussion tauschten sich Christine Kiefer (Gründerin des Fintech Ladies Netzwerk), Dr. Ella Rabener (Scalable Capital – wir berichteten), Adrienne Mülleitner (Vontobel) und Paul Sutter (Credit Suisse – kam in Vertretung für seine Kollegin Anke Bridge Haux) rege aus.

Spannend wurde es, als es darum ging, ob sich die Jobs in der Finanzbranche aufgrund der Digitalisierung ändern werden, und ob Fintechs doch nur Hype oder schon Realität sind oder sie tatsächlich Investmententscheidungen begünstigen. Auch zu den Karriere-Chancen für Frauen – ein gleichermaßen großes Anliegen für die Fintech Ladies und die Fondsfrauen – bezogen die Teilnehmer Stellung. Einig waren sich die Panelteilnehmer darin, dass sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung für alle ändern wird, aber gerade für Frauen neue Chancen bietet, Karriere und Kindererziehung besser zu vereinbaren als bisher. Christine Kiefer dazu: “Nicht nur aktuelle Studien belegen: Die Finanzbranche muss weiblicher werden. Ich kann jeder Lady, die eine Affinität zu Finanzen und Zahlen hat, mit gutem Gewissen zu einem Job in der Branche raten. Es gibt nichts Spannenderes! Nicht zuletzt darum habe ich mein Netzwerk für Frauen gegründet, die ich damit ermutigen möchten, diesen Schritt zu gehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mir persönlich der Austausch und die Unterstützung von anderen Frauen geholfen hat, um mich in dieser Männerdomäne zu behaupten.”

Am 10. April 2018 folgte das Event der Fondsfrauen in Frankfurt, wo Fintech Lady Jana Ebner Teil des Panels sein durfte. Die Veranstaltung lief unter selbigem Titel und fand im Hause der DWS statt. Teilnehmer neben Jana Ebner (TME AG) waren Theresa Boettger (DWS), Dr. Ella Rabener von Scalable Capital und Martin Schmidt, Partner bei Postera Capital. „Es war ein spannender Austausch, wie die Digitalisierung das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine im Finanzwesen verändern wird“, resümiert Jana Ebner.

©Fondsfrauen