solarisBank im Interview: Delia König Managing Director des neuen KYC-Geschäftsbereichs

Die Berliner solarisBank, Anbieter einer Technologie-Plattform mit Vollbanklizenz, gab am 27. November 2018 die Gründung eines neuen Geschäftsbereichs für Identifizierungslösungen bekannt. Der sogenannte KYC-Geschäftsbereich wird künftig von Delia König geleitet. Delia ist als Technologie- und Produktspezialistin Mitglied der erweiterten Geschäftsführung.

Delia und ihr Karriere-Weg

Ihre berufliche Karriere startete Delia als IT Beraterin bei zeb Consulting. Danach gründete sie das Unternehmen Contelligence GmbH mit Sitz in Münster und war als Produktmanagerin bei der Bergfürst AG tätig, bevor es sie letztlich zur solarisBank verschlug.

Bei dem Anbieter einer Technologie-Plattform mit Vollbanklizenz ist Delia nun seit zwei Jahren. Angefangen als Senior Produkt Manager, stieg sie jetzt zum Managing Director der neuen Identity Unit auf. Hier leitet sie die Einheit, die sich um das Thema KYC (Know-Your-Customer) kümmert.

Digitale KYC-Plattform

Als erstes Produkt der neuen Geschäftseinheit lanciert das Berliner Fintech eine digitale KYC-Plattform, die mehrere Identifikationsverfahren über nur eine Schnittstelle bündelt. Darunter die erste digitale Lösung zur Identifikation von Geschäftskunden . Die Lösung entstand, weil Partner und Kunden einen Identifikationsprozess von Geschäftskunden benötigen, um für diese Konten eröffnen zu können

Delia König von der solarisBank
Delia König von der solarisBank

Interview

Wir haben die solarisBank kürzlich bei einem DeepDive besucht. Mit uns teilt Delia hier ein paar Einblicke in unserem 5-Fragen-Interview. 

FTL: Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?

Delia: „Nach meinem Studium habe ich als Beraterin in einer Unternehmensberatung für Finanzdienstleister angefangen. Ich bin relativ schnell wieder ausgestiegen, um selbst zu gründen. Ich habe so viel Potenzial gesehen, neue Ideen und Konzepte in dieser doch recht verstaubten Branche einzubringen. Und das ist es letzten Endes, was mich fasziniert: Diese riesige Spielwiese an Innovationspotenzial.“

FTL: Welche Fintech-Start-Ups haben deiner Meinung nach die beste Chance, ganze Märkte umzukrempeln und warum?

Delia: „Die eben erwähnte Spielwiese wird durch einen entscheidenden Faktor eingeschränkt: Die hohen Hürden des Regulators machen es schwer, Produkte am Markt zu platzieren.

Bei solarisBank arbeite ich daran, Banking-as-a-Platform aufzubauen. Über unsere APIs können FinTechs und andere Digitalunternehmen Finanzprodukte für ihre Kunden anbieten, ohne selbst eine Banklizenz halten zu müssen.

Das gibt jungen Unternehmen die Chance, schnell am Markt zu starten und ihr Geschäftsmodell auszuprobieren. Daraus entstehen spannende, innovative Produkte, wie beispielsweise Penta oder Kontist, die einen ganz neuen Maßstab an das Banking von heute legen.“

FTL: Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?

Delia: „Ich leite unsere „Identity“ Unit, die sich um alles rund um das Thema KYC (Know-Your-Customer) kümmert.

In einer komplett digitalen Welt ist das extrem herausfordernd – und spannend zugleich. Mein Ziel ist es, dass unsere KYC-Lösungen allen internen Interessen (wie die Compliance, Legal, Operations) und externen Anforderungen (wie die des Regulators) nachkommen und gleichzeitig das bestmögliche Endkunden-Erlebnis auf dem Markt bieten.

FTL: Was gefällt Dir an unserem Fintech Ladies Netzwerk?

Delia: „Ich bin noch nicht so lange dabei, fand die ersten Meetups aber bereits super spannend. Ich habe viele interessante und inspirierende Frauen aus unterschiedlichsten Unternehmen getroffen. Es ist ein tolles Format, um sich über aktuelle Fintech-Themen auszutauschen!“

FTL: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?

Delia: „Handy aus. Laptop weg. Rausfahren.

Ich gehe super gern wandern und genieße die Stille der Natur.  Beim letzten Mal ging es für eine Woche nach Island zum fernwandern und zelten. Für nächstes Jahr steht auf jeden Fall noch Japan auf der Liste.“

Danke für das Interview, liebe Delia! Ihr möchtet euch gerne mit Delia vernetzen? Dann kontaktiert sie doch auf ihrem LinkedIn-Profil.

Aus den Medien: Fintech Ladies Christine Kiefer & Susanne Krehl in Interviews

Kürzlich sind zwei spannende Interviews unserer Fintech Ladies – Christine Kiefer und Susanne Krehl – publiziert worden. Beide Medien-Berichte möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Lesen!

Übermorgen: Interview mit Christine

„Die Generation Z braucht mehr Biss“, das findet unsere Fintech Ladies Gründerin Christine Kiefer. Christine hat sich nicht nur beruflich in der männlich dominierten Finanzbranche durchgesetzt, sie ist auch Fintech-Expertin und Gründerin von diversen Start-ups. Aktuell hat sie gerade ihr drittes Unternehmen RIDE Capital gegründet. Dieses beschäftigt sich mit der Tokenisierung von Immobilien.

Im Interview auf ÜberMorgen, einem Projekt der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, gibt Christine Tipps, was sie jungen Berufsstartern der Generation Z rät.

FTL-Gründerin Christine Kiefer
FTL-Gründerin Christine Kiefer

Payment & Banking: Interview mit Susanne

Payment & Banking stellt in ihrer Reihe „Die Gesichter der Fintech-Branche“  regelmäßig einer Person aus der Finanz-Industrie die gleichen zehn Fragen. Dieses Mal war Susanne Krehl an der Reihe.

Fintech-Expertin Susanne Krehl
Fintech-Expertin Susanne Krehl

„Wenn wir Fintechs als junge, agile Start-ups definieren, dann können Unternehmen sicher viel von der offenen Unternehmenskultur lernen“, so Susanne Krehl, Managing Director Austria and Switzerland des Fintechs Barzahlen sowie Ambassador der Fintech Ladies. Lest hier das ganze Interview.

Die Preisträgerin

Susanne ist übrigens Preisträgerin des Digital Female Leader Award, der Anfang Dezember vergeben wurde. Der Award wurde von Europas größtem Frauennetzwerk GDW Global Digital Women und dem Magazin myself ins Leben gerufen. Er zählt zu den bedeutendsten Preisen, die in der Digitalwirtschaft vergeben werden. Beworben hatten sich 400 Frauen aus 17 Ländern für 11 Kategorien. In der Kategorie „Money“ siegte Susanne, die bei dem Unternehmen Barzahlen als Geschäftsführerin agiert.

Herzlichen Glückwunsch von den Fintech Ladies an Susanne und allen weiteren Gewinnerinnen!

Siegerin der Kategorie Money: Susanne Krehl, Preisträgerin des Digital Female Leader Award
Siegerin der Kategorie Money: Susanne Krehl, Preisträgerin des Digital Female Leader Award

 

Fintech Week: Interview mit Keynote Speakerin Dr. Manuela Rabener

Von heute an steht Hamburg für fünf Tage voll und ganz im Zeichen der Finanztechnologie, kurz Fintech. Denn heute startet die Fintech Week. Die Veranstaltungswoche geht vom 15. bis 20. Oktober 2018.

Wir haben bereits berichtet, dass die Fintech Ladies den Montagnachmittag aktiv mitgestalten. Dazu zählen die Fintech Stories, die am 15. Oktober 2018 im Zeitraum von 14.00 – 17.00 Uhr im Hamburger betahaus stattfinden. Bei den Fintech Stories erzählen fünf Protagonisten ihre persönliche Success Story. Eröffnet wird dies mit einer Keynote von Dr. Manuela Rabener von Scalable Capital.

Die Fintech Stories mit Manuela

Manuela ist Co-Founderin von Scalable Capital. Das Unternehmen hat innerhalb kurzer Zeit den Markt der Robo-Advisor erobert und mittlerweile mehr als eine Milliarde Assets unter Management. Hier gibt Manuela vorab ein paar Einblicke in ihre Success Story.

Bei Scalable Capital ist sie für alles verantwortlich, was mit der Außenkommunikation zu tun hat. Dazu zählen Marketing, Pressearbeit, CRM und Corporate Design. Das Unternehmen verfügt über zwei Büros: in London und in München (sie sitzt mit ihrem Team in London), die es über die Landesgrenzen hinweg zu koordinieren gilt. Mehr zu ihrem Werdegang, ihren Aufgaben sowie aktuellen Herausforderungen wird euch Manuela sicherlich auf der Fintech Week verraten – hier folgt nun unser Interview.

Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener
Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener

Interview

FTL: Manuela, was war die wichtigste Erfahrung für dich als Gründerin?
Manuela: „Das Scheitern und die Analyse der Gründe dafür. Mein erstes Startup hat nicht funktioniert und ich habe extrem viel dadurch gelernt. Ich bin jetzt viel kritischer in meiner Bewertung des Potenzials einer Idee, würde keinesfalls mehr Anteile im Gegenzug für eine Medialeistung eines Partners hergeben und kann Annahmen eines Businessplans deutlich realistischer einschätzen.

Spannend fand ich auch herauszufinden, wie leicht oder wie schwer es einem fällt, sich nach mehreren Jahren mit einem sehr guten, sicheren Gehalt wieder auf einen niedrigeren Lebensstandard einzustellen. Denn Gründen ist ja in den Anfangsjahren finanziell nicht sexy, auch wenn man in den Medien zumeist von erfolgreichen Gründern liest, die irgendwann Millionäre werden. In der Realität müssen Gründer – gerade zu Beginn – den Gürtel erst einmal enger schnallen. Und nicht immer wird man langfristig dafür belohnt. Mit diesem Risiko und damit, dass so mancher Peer an einem vorbeizieht in Sachen Gehalt, muss man leben können, sonst wird man als Gründer nicht glücklich und gibt womöglich zu früh auf.“

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Manuela: „Die konsequente Personalisierung durch die Nutzung von Technologie. Wir kommen aus dem Zeitalter der Massenproduktion, die den Nutzen mit sich brachte, dass mehr Menschen immer günstigere Produkte konsumieren konnten. Das Individuelle fiel dabei jedoch unter den Tisch, weil es zu kostenaufwändig gewesen wäre.

Jetzt steht der nächste Schritt an: In der Vermögensverwaltung werden das zum Beispiel individuell zusammengestellte und verwaltete Portfolios ab sehr kleinen Anlagesummen sein. Ohne höhere Kosten – dank Technologie.“

FTL: Welche Fintech-Start-Ups haben deiner Meinung nach die beste Chance, ganze Märkte umzukrempeln und warum?
Manuela: „Im Bereich der Geldanlage, in dem ja auch Scalable Capital aktiv ist, gibt es ein enormes Potenzial. Denn mit Technologie lässt sich hier noch vieles verbessern – übrigens nicht nur für Anleger kleinerer Summen, sondern auch für vermögende Kunden. Siehe das Stichwort „Personalisierung“, das ich ja bereits angesprochen habe.

Aber auch im Verstehen und der Schaffung von Transparenz zu Risiko-Rendite-Aspekten ist noch einiges an Fortschritt drin. Ich rechne zum Beispiel fest damit, dass wir noch viel mehr Fortschritt beim Thema nachhaltige Geldanlagen sehen werden, sobald man die finanziellen Trade-offs besser berechnen und an die Investoren kommunizieren kann und ihnen bessere Möglichkeiten geben kann, ihre Portfolios individuell zusammenzustellen.

Fintechs, die hier mitmischen und Technologien entwickeln, die auch für etablierte Banken und andere Unternehmen geeignet sind, können diesen Bereich anhaltend prägen.“

FTL: Welche Lady sollten wir für unseren Blog interviewen?
Manuela: „Dorothee Blessing fände ich spannend. Sie hat sich im sehr männerdominierten Investment-Banking nach oben gekämpft und das schon vor 20 Jahren. Ich fände es toll, mehr dazu zu hören, wie sie das geschafft hat – von ihrem sicherlich hohen Arbeitspensum und ihrer Intelligenz mal abgesehen. Und ich bin mir sicher, dass sie die eine oder andere spannende Anekdote zu erzählen hätte.“

FTL: Und nun zu unserer Abschluss-Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Manuela: „Ich bin erst vor kurzem Mutter geworden und verbringe jetzt am liebsten jede freie Minute mit meiner Tochter. Es ist wunderbar zu sehen, wie sie die Welt und ihre täglich vielfältigeren Fähigkeiten entdeckt.“

Wow, sehr inspirierend! Danke liebe Manuela – wir sind total gespannt auf Deine Fintech Story im Rahmen der Fintech Week. Manuela ist übrigens auch auf LinkedIn aktiv – schaut doch mal vorbei und vernetzt euch. 

Payment-Anbieter RatePAY: Interview mit Julia Tschawdarow

Schon mal online in Raten gezahlt? Und das mit nur einem Klick? Falls ja, dann könnte das mit einer großen Wahrscheinlichkeit über RatePAY erfolgt sein. Das Berliner Unternehmen wurde 2009 gegründet und bietet Onlinehändlern Payment-Lösungen für Ratenzahlung, Rechnungskauf, Lastschriftverfahren oder Vorkasse an. Dabei übernimmt RatePAY die komplette Abwicklung und das Ausfallrisiko.

Wir konnten mit Julia Tschawdarow, Head of Marketing & PR, bei RatePAY sprechen.

Payment ist vielseitig

Julia hat uns erzählt, dass es in ihrem Job nie langweilig wird.  Zusammen mit ihrem Team ist sie für die komplette Außen-Kommunikation und das Branding des Online-Payment Anbieters verantwortlich. Da kann man sich vorstellen, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Zum daily business gehören zahlreiche Aufgaben: Presseanfragen beantworten, Geschichten schreiben, Veranstaltungen planen, Strategien und Konzepte entwerfen, Social Media steuern, interne Kommunikation vorantreiben und noch so viel mehr. Trotzdem hat sich Julia die Zeit genommen und unsere fünf Fragen beantwortet.

Julia vom Payment-Anbieter RatePAY
Julia vom Payment-Anbieter RatePAY

Interview

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Julia: „Also ich finde selbstverständlich das Thema Online-Payment am Spannendsten 🙂 Für einen Kommunikatoren wie mich ist das Thema erst mal eine harte Nuss. Es interessiert nämlich im Grunde genommen niemanden.

Wer bezahlt schon gerne? Umso wichtiger und daher auch spannender ist es für mich, Content und Geschichten rund um das Thema Payment zu schaffen, die relevant und interessant sind. Warum brauchen wir gute und einfache Bezahlmethoden? Oder eine 1a Risikoprüfung? Hinter dem Thema Payment stecken hochkomplexe Prozesse. Die in einfache Botschaften zu übersetzen, egal ob für Endkunden oder Händler, ist eine Aufgabe, die mich nie langweilen wird.“

FTL: Wo sammelst Du Inspirationen?
Julia: „Inspiration hole ich mir aus ganz vielen Ecken. Ich gehe gerne zu Netzwerk-Treffen, wo ich schon viele spannende Leute getroffen habe. Auch ganz viele tolle Frauen, die im Finanz- oder Tech-Bereich arbeiten und da die Zukunft mitgestalten. Das ist extrem inspirierend. Aber auch bei anderen Branchen-Events hole ich mir viel Input. Gerade hier in Berlin ist so unheimlich viel los, da ist es fast schwieriger, nicht inspiriert zu werden.

Auch in ruhigen Moment lasse ich mich inspirieren, zum Beispiel am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen oder an einem der vielen Seen im Berliner Umland. Und zu guter Letzt liebe ich Pinterest und könnte da stundenlang in den Ideen anderer Leute abtauchen.“

FTL: Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Julia: „Fintech-Kommunikation ist nicht 08/15. Ich bin als Botschafter gleich in mehreren Missionen unterwegs: Was machen wir bei RatePAY? Was ist eigentlich Fintech? Welche Chancen bieten sich für Frauen in der Fintech-Branche (unendlich viele!)? Was macht Künstliche Intelligenz und Machine Learning mit unseren Finanzen?

Meine Arbeit richtet sich sowohl an Onlineshopper als auch an Händler, an Investoren, Partner und Kollegen… Leider ist es immer noch schwierig, neue Mitarbeiter zu finden, viele Studenten wollen lieber zu bekannten Consumer Brands und sehen dabei die Chancen nicht, die sich in einem hochdynamischen Wachstumsmarkt wie unserem ergeben. Bei uns gibt es für neue Talente viel mehr Gestaltungsräume und Experimentiermöglichkeiten als bei den großen Unternehmen, wo oft schon alles genau durchgeplant ist.“

FTL: Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Julia: „Die größte Herausforderung ist gleichzeitig auch das Tolle an meinem Job: Die ganze Branche, die ganzen digitalen Dienstleistungen in unserem Bereich ändern sich permanent. Heute ist nichts so, wie es gestern war. Jetzt gerade gibt das Thema künstliche Intelligenz der Branche wieder einen riesen Anschub. Darauf in der Kommunikation immer wieder neu Bezug zu nehmen, ist eine Herausforderung.

Im Gegensatz zu anderen Branchen kann man bei uns nicht einfach ein Konzept aus der Schublade ziehen, was vor 18 Monaten schon mal ganz nützlich war. Wenn man nicht auch privat ein Grundinteresse an digitalen und technologischen Themen hat, ist es glaube ich schwer, am Ball zu bleiben.“

FTL: Und Julia, was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Julia: „Ich liebe Gin Tonic 🙂 Abgesehen davon fahre ich viel durch die Gegend oder entspanne am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen. Ich achte darauf, dass ich dann wirklich ganz raus bin. Denn um kreative Jobs wie meinen gut machen zu können, ist es wichtig, sich immer mal komplett rauszunehmen und was ganz anderes zu machen. Nicht nebenher noch zehn E-Mails beantworten oder die latest News der Fintech-Welt googeln.

Um abzuschalten, eignet sich auch ein intensives Hobby sehr gut. Bei mir ist das Westernreiten. Das kann ich nur gut machen, wenn ich hundertprozentig bei der Sache bin. Aber auch andere kreative Tätigkeiten (Heimwerken, Handarbeit), die ganz andere Hirnareale beanspruchen, helfen mir, richtig runterzukommen und dann wieder mit neuer Energie und neuen Perspektiven an die Arbeit zu gehen.“

Danke liebe Julia! Das sind spannende Einblicke, die wir da von Dir erfahren haben. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

5 Fragen an… Dr. Anna L. Izzo-Wagner

Und weiter geht es mit unserer neuen Interview-Reihe. Heute stellen wir euch mit Dr. Anna L. Izzo-Wagner wieder eine inspirierende Fintech Lady vor. Anna ist Partnerin im Bereich Banking and Investment Regulatory bei Taylor Wessing.

©Anna L. Izzo-Wagner

Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Anna: „Verlasse die Comfort Zone, streife Unsicherheiten ab und netzwerke. Alternativ könnte es auch heißen: Netzwerke, netzwerke mehr und netzwerke direkt. Grundsätzlich bin ich kein Fan dessen, zum Zwecke der Karriere männliche Verhaltensmuster schlicht zu kopieren. Beim Thema Netzwerken mache ich jedoch klar eine Ausnahme. Männer netzwerken in der Regel direkt und offen und damit höchst effizient.“

Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Anna: „Das hat verschiedene Gründe: Ganz zuvorderst bietet es mir als anwaltlichen Berater ganz viele neue Facetten im Berufsalltag – sowohl rechtlicher Art als auch im Hinblick auf meine Mandanten. Eine ermüdende Routine ist damit nahezu ausgeschlossen.

Zum anderen empfinde ich es gerade für Deutschland als extrem bereichernd. Deutschland hängt der Ruf nach, gerade in Sachen Finanztechnologie anderen Ländern hinter zu hinken. Gerne wird auch über den „ängstlichen“ deutschen Kunden berichtet. Doch gerade die letzten Jahre haben meines Erachtens wahnsinnig viel Bewegung reingebracht. Sei es im Mandantenkontakt oder auf internationalen Veranstaltungen: die Resonanz von ausländischen Market Playern zum deutschen Fintech-Markt ist extrem positiv!

Und schließlich fasziniert mich einfach die ganze „Vitalität“ in der Branche – das ist definitiv etwas, was ich aus der traditionellen Banken- und Finanzdienstleistungswelt so nicht kenne.“

Was machen Frauen im Berufsleben anders als Männer?
Anna: „Im positiven Sinne (und in gewisser Weise bedient das natürlich ein Klischee): Frauen wirken sowohl im Team als auch in einem Projekt sowie in der fortlaufenden Mandantenpflege „integrativ“. Das wirkt vertrauensstiftend, aber vor allem stabilisierend und fängt Unstimmigkeiten frühzeitig ein. Im negativen Sinne: Frauen netzwerken weniger, weniger direkt und damit weniger effizient.

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Anna: „Ich schwanke zwischen den Anzugshosen und Blazern ohne Hosentaschen und dem Risiko, dass man als Frau auf Veranstaltungen nach wie vor Gefahr läuft, um Kaffee gebeten zu werden.

Spaß beiseite: Der jüngste Generationenwechsel hat enorme Veränderungen mit sich gebracht – meine Generation und jüngere Kollegen lösen sich zunehmend vom Geschlechterdenken und Kompetenz wird mehr und mehr zum vorrangig entscheidenden Faktor. Den älteren Generationen fällt das weiterhin schwer. Aber das hat ggf. auch etwas damit zu tun, dass man hier in alt etablierte Netzwerke eindringt, welche traditionell männlich geprägt sind.“

Und die letzte Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Anna: „Meine großartige vierjährige Tochter und mein Mann, das Laufen, die Natur, die Erkundung neuer Regionen und der Austausch mit meinen Freunden – idealerweise sind alle genannten Personen und Aspekte in einer Aktivität miteinander verbunden :-)“

Danke, liebe Anna, dass Du Deine Ansichten mit uns geteilt hast!

5 Fragen an… Julia Schmelz von smava

Mit „5 Fragen an…“ starten wir ab heute eine neue Interview-Reihe auf dem Fintech Ladies Blog. Freut euch zukünftig auf spannende Interviews mit starken Frauen aus dem Fintech-Umfeld.

Heute stellen wir euch Julia Schmelz vor. Julia ist Head of Customer Success bei smava, einem Online-Vergleichsportal für Kredite.

©Julia Schmelz

Warum ist es so wichtig, dass es in der Fintech-Branche Frauen generell und Frauen in Führungspositionen gibt?
Julia: „Es ist wichtig, Frauen in der Entwicklung ihrer Berufswünsche zu unterstützen. Fintech-Bereiche in die Berufswahl einzubeziehen setzt voraus, den Bereich zu kennen, zu mögen, sich da zu sehen. Dafür benötigt es Vorbilder. Frauen in Führungspositionen gehören für mich in allen Bereichen dazu, unabhängig von der Branche. Das hilft natürlich auch, Vorurteile aufzuräumen.“

 

Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Julia: „Der für mich spannendste Trend ist die Digitalisierung der Bonitätsprüfung im Kreditvergabebereich. Das interessiert mich aus beruflicher Sicht sehr und ich sehe da eine starke und zügige Entwicklung.

Auf welche Fintechs werden wir in Zukunft nicht verzichten können?
Julia: „N26 und smava.“ 🙂

Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Julia: „Erstens: Du bist gut in dem, was du machst? Dann sag es. Laut und deutlich. Zweitens: Verstell dich nicht. Alle Tipps, die dich männlich-erfolgreich machen sollen, sind Bullshit! Du willst einen Rock tragen? Tu es! Bleib dir treu und vertraue dir. Und drittens: Nimm Rückschläge hin, akzeptiere, dass der Job nicht alles ist, fahr dich runter und justiere dich neu.“

Und die letzte Frage: Wo sammelst Du Inspirationen?
Julia: „Mich inspirieren Kolleginnen und Kollegen, die ein ähnliches Pensum haben, an denen die Schnittstellen groß sind. Das ist die häufig unterschätzte Kollegin in einer Führungsrolle genauso wie der Developer, der jeden Morgen von der Kita ins Büro geradelt kommt und sich nassgeschwitzt 10 Uhr morgens seinen ersten Kaffee zapft.“

Danke, liebe Julia, für das Interview!