5 Fragen an… Stella Regna von Figo

Stella Regna, bekannt auch als die PR-Frau hinter figo, hat im Job-Alltag so einiges zu tun: Presseanfragen und Interviews beantworten, Speakerslots für ihre Kollegen auf wichtigen Branchen-Events organisieren oder eigene Events wie aktuell den Bankathon vorbereiten. Trotzdem hat sie es sich nehmen und sich von uns interviewen lassen und darüber freuen wir uns sehr.

Stella Regna ©Foto by Sarah Eick

Doch nun erst einmal kurz zu figo. Der B2B-Anbieter ermöglicht Dritten durch die Einbindung der figo-Technologie den Zugang zu diversen Finanzquellen, wie Bankkonten, Kreditkarten, Depots, Zahlungsmethoden, Fintechs und mehr. figo hat sich seit der Gründung immer mehr zum Bank-Dienstleister etabliert.

Stella, warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Stella: „Vor etwas mehr als drei Jahren habe ich diesen Begriff das erste Mal gehört. Die Fragezeichen standen in meinem Gesicht. Auch die unzähligen Abkürzungen wie API, SaaS, PSD2, XS2A oder 2FA brachten für den Moment nicht unbedingt Licht ins Dunkel. Und trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, hat es mir in den Fingern gejuckt, mich in erster Linie mit figo als Unternehmen und natürlich damit einhergehend mit der Branche zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich tatsächlich das erste Mal damit auseinandergesetzt, dass nicht nur meine Bank Anlaufstelle in puncto Banking sein muss. Nicht, dass ich großartig Interesse daran gehabt hätte, mich mit der Bank “meines Vertrauens” bzw. mit der Bank, bei der ich einfach seit meinem 19. Lebensjahr ein Konto habe, und deren Produkten zu beschäftigen. Je länger ich bei figo gearbeitet habe, desto mehr ist mir bewusst geworden, woran ich eigentlich gerade teilhaben darf. Es entstand gerade eine neue Branche. Auch jetzt sind wir alle, die in diesem Bereich tätig sind, hautnah dabei, wie sich ein neuer Wirtschaftszweig etabliert – mit allen Höhen und Tiefen. Es kommen immer wieder Ideen, Produkte und Player auf den Markt, die einem sofort das “Wow” entlocken. Und natürlich gibt es auch diejenigen, bei denen man sich denkt: “Joa, gut, es gibt zwar schon unzählige P2P-Payment Services, aber Deins ist bestimmt noch ein bisschen besser”.

In der Summe ist es aufregend, in diesem Bereich zu arbeiten. Mittlerweile ist die Branche ja auch nicht mehr einfach nur neu, sondern hat erste Entwicklungen und Veränderungen durchgemacht. Waren die Fintech-Unternehmen zu Beginn der medial erklärte Feind der Banken, geht es jetzt um Kooperationen und Symbiosen. Es geht um den Mehrwert, den Fintech-Unternehmen und Banken Kunden gemeinsam bieten können. Der PSD2 sei Dank agieren wir Fintech-Unternehmen mittlerweile auch nicht mehr in angreifbaren rechtlichen Grauzonen, sondern sind legitimierte Marktteilnehmer.

Was machen Frauen aus Deiner Sicht im Berufsleben anders als Männer?
Stella: „Ich bin davon überzeugt, dass viele Frauen neben ihrer fachlichen Qualifikation, Intuition mitbringen. Oder anders: Frauen haben ein Gespür für verschiedene Situationen, für Interaktionen zwischen Kollegen oder für Stimmungen in Kundengesprächen beispielsweise. Ich will nicht sagen, dass Männer gar nicht über emotionale Intelligenz verfügen – bloß in einer anderen Ausprägung.

Was Frauen auch anders, oder einfach mal nicht so gut machen: intensiv netzwerken, einander pushen oder sich gegenseitig empfehlen. Ja, böse Zungen können an der Stelle sagen, dass wir männliche Verhaltensweisen nicht übernehmen sollten, und doch sieht die Realität im Moment noch anders aus. Wir müssen einander viel mehr unterstützen und ineinander Vorbilder sehen, wofür wir natürlich auch einfach mal viel mehr Frauen in der Branche und in Führungspositionen brauchen!

Ist das auch einer der Gründe, warum Dir unser Fintech Ladies Netzwerk gefällt?
Stella: „Ich hatte eigentlich immer Vorurteile, wenn es um das Thema Frauennetzwerke ging. Erfahrungen mit solchen Communities waren geprägt von einem gemeinsamen Lamentieren und gegenseitigen Bemitleiden, das Netzwerken als solches ist oft in den Hintergrund gerückt. Die Fintech Ladies haben mich da aber schnell eines Besseren belehrt. In unserem Netzwerk gibt es so viele unglaublich tolle Frauen, die was zu sagen haben, die Meinungen vertreten und ihren Job mit Leidenschaft und Engagement machen. Ich gehe gern zu den FTL DeepDives in Hamburg, um mittlerweile bekannte Gesichter regelmäßig wiederzusehen oder eben um neue Menschen in der Fintech-Welt kennen zu lernen!“

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Stella: „Unabhängig von der Branche ist meine größte permanente Herausforderung, dass im Kontext PR viele Menschen der Meinung sind, mitreden zu können oder es einfach besser zu wissen. PRler arbeiten nicht mit außergewöhnlichen Programmiersprachen oder komplexen mathematischen Formeln. Es geht unter anderem um das Beherrschen von Sprache, um Formulierungen, um Redegewandtheit, um das Spielen mit Worten, um das Schaffen von klaren Aussagen, um Diplomatie und manchmal auch um die Organisation des perfekten Events. So wie nicht jeder ein genialer Chemiker sein kann, muss auch nicht jeder in der Lage sein können, den Job eines PR-Managers zu machen.

Und unsere letzte Frage: Wo sammelst Du Inspirationen?
Stella: „Tatsächlich passiert es mir eher selten, dass Menschen mich wirklich faszinieren, nachhaltig beeindrucken und mich somit inspirieren. Sind mir solche Unikate erst einmal über den Weg gelaufen, schätze ich den persönlichen Austausch, hole mir gerne Rat ein und diskutiere Themen aus. Hier bei figo gibt es ein paar dieser speziellen Menschen: Die Zusammenarbeit mit André (Anmerkung der Redaktion: André M. Bajorat, CEO von figo) spornt an und lässt einen über sich hinaus wachsen. Bianca (Anmerkung der Redaktion: Biana Steinke, Head of Technical Services bei figo) besticht durch Direktheit. Cornelia inspiriert durch Cleverness und Eloquenz (Anmerkung der Redaktion: Cornelia Schwertner, figo’s Head of Regulation) . Und Lars ist “schuld” daran, dass ich mich in der Branche zurechtgefunden und sie lieben gelernt habe (Anmerkung der Redaktion: Lars Markull, API  Evangelist bei figo). Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, ob die private Stella oder der Business-Mensch in mir Inspiration braucht.

Natürlich höre ich einschlägige Podcasts, lese zynische Newsletter und abonniere branchenrelevante Rundschreiben. Gleichzeitig ist der Kontakt zur Welt vor figo wichtig. Ich komme aus dem klassischen PR-Umfeld, zu dem ich noch enge Verbindungen habe, damit Kommunikationstrends nicht an mir vorbeiziehen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass mich Cleverness, Selbstreflektion, Bodenständigkeit, Eloquenz und eine angenehme Stimme (ein Insider für meine lieben Kollegen ;-)) inspirieren.

Herzlichen Dank, liebe Stella, für Deinen Input und dass Du Deine Gedanken mit uns geteilt hast. 

Ereignisreicher Juni bei den Fintech Ladies

Wir blicken auf einen Juni voller Ereignisse zurück. Unsere Fintech Ladies waren fleißig unterwegs und haben für viele tolle #FTLDeepDives in unseren deutschen Hubs gesorgt. Außerdem sind einige der Fintech Ladies auch zu zahlreichen anderen Events ausgeschwirrt. Hier ein kleiner Round-Up mit unseren Juni-Highlights:

Hub Berlin: 11. Juni 2018 #FTLDeepDive
Anfang Juni hatte sich Christine Kiefer eine ganz besondere Location für einen DeepDive überlegt. Wir waren wir zu Gast bem Deutscher Bundestag. Wir danken MdB Matthias Hauer für den Empfang und die spannenden Einblicke!

Deutscher Bundestag: Zu Besuch bei Matthias Hauer

Hub Frankfurt: 14. Juni 2018 #FTLDeepDive
Benjamin Michel, PR Manager bei Finanzguru, weihte die Frankfurter Fintech Ladies in das Business Model und die Unternehmensgeschichte des Fintech-Unternehmens ein. Finanzguru hat einen digitalen Finanzassistenten entwickelt, der alle gewünschten Konten und Verträge übersichtlich in einer App bündelt.

Zu Gast bei dem Frankfurter FinTech Finanzguru

Hub München: 19. Juni 2018 #FTLDeepDive
Die Müncher Ladies hatten auch einen spannenden Gastgeber: Deloitte lud zu sich ein. Frage des Abends war: „Wie bekommt man als Robo-Advisor eine BaFin Lizenz?“ Sabine Schwarz von Deloitte stand dazu den zahlreichen Teilnehmerinnen Rede und Antwort.

Fintech Ladies München bei Deloitte

Berlin, die Zweite: 19. Juni 2018
Digitale Transformation war das Thema des Banking Club Treffens am 19. Juni in Berlin. Unsere Fintech Lady Sara Amini, Entrepreneur In Residence bei FinCompare, eröffnete die Fintech-Session mit einem starken Auftritt zum Thema „Warum Banken und Fintechs die Digitalisierung weiblicher denken müssen“. Außerdem wies sie in dem Zusammenhang auf die Ziele unseres Netzwerks hin: Vorurteile abbauen, Frauen in der Finanzbranche fördern und Netzwerke schaffen.

Sara Amini ©Foto by Banking Club

Frankfurt, 19. Juni 2018

Sommerfest Fondsfrauen

Jana Ebner war zu Gast auf dem Sommerfest der Fondsfrauen. Auf dem Bild sehen wir sie zusammen mit Anne Connelly, eine der 3 Gründerinnen der Fondsfrauen (s. auch unser Blogbeitrag).

Hub Hamburg: 21. Juni 2018 #FTLDeepDive
Mitte Juni waren die Hamburger Ladies bei ZINSLAND zu Gast. ZINSLAND betreibt Crowdfunding zur transparenten Beteiligung an Immobilien-Projekten renommierter Projektentwickler. Beim DeepDive ging es unter anderem um das Thema Frauen in Führungspositionen und wie man “alles unter einen Hut” kriegen kann.

FTL Hamburg @ZINSLAND

Berlin, die Dritte: 29. Juni 2018
Und zu guter Letzt fand Ende Juni der zweite Compliance Lunch, geführt von Daniela Reimann (Director Legal, Risk & Compliance bei smava) statt.  Wenn ihr Interesse habt, hier beim nächsten Treffen dabei zu sein, meldet euch bei  unter berlin@fintechladies.com an. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!

Foto vom 1. Compliance Lunch in Berlin

Fintech Stories und Fintech Ladies Dinner 2017

Nach langen Vorbereitungen fanden heute erstmalig die Fintech Stories statt, ein neues Format, was wir uns für die Fintech Week Hamburg überlegt hatten.

Heute haben vier Protagonistinnen aus der Fintech Szene von ihrem Werdegang und ihrem Arbeitsalltag berichtet:

Anna Friedrich von Collect.AI
Stella Regna von Figo
Ekaterina Sirotyuk von Credit Suisse
Julia Fässer von Mastercard

Protagonistinnen der Fintech Stories 2017
Protagonistinnen der Fintech Stories 2017

Dank der schönen Wohnzimmeratmosphäre im Betahaus in Hamburg ergab sich bald eine spannende Diskussion mit dem Publikum. Das Schlusspanel moderierte Carolin Neumann, die Gründerin des Finletters und der Fintech Week Hamburg.

Abends ging es weiter mit dem Fintech Ladies Dinner. 25 Frauen aus Deutschland und der Schweiz versammelten sich in exklusiver Runde. Dabei waren von dem Fintech-in-Gründung bis zu großen Banken wie der Comdirect und der Sparkasse die unterschiedlichsten Unternehmen vertreten.

Begleitet hat uns heute Simon Heydorn, der den Tag in einem tollen Video verewigt hat:

Fintech Ladies Hamburg @figo

Nach unserem sommerlichen Treffen Ende Juli konnten wir figo als Gastgeber für unser Herbstevent gewinnen. Neben einem spannenden Rundgang durch die Räumlichkeiten figos haben wir uns einem Impulsvortrag mit anschließender Diskussion zum Thema Lobbying im Fintech-Umfeld gewidmet. Cornelia Schwertner, Head of Regulation bei figo hat unter der These „David gegen Goliath – Lobbying im Fintech Umfeld“ ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert.  Unter anderem ging es darum, warum Lobby-Arbeit als Fintech-Unternehmen wichtig ist und wie man am besten vorgeht, um sich zu etablieren. Dank ihrem Engagement im Rahmen der Fintech Alliance konnte Cornelia bereits Erfahrung auf europäischem Terrain sammeln. In der anschließenden angeregten Diskussion  Hintergründe und Tipps geben.

Fintech Ladies Hamburg @exporo

Das zweite Hamburg-Treffen Mitte Juli, gesponsort durch Exporo und collectAI, war großartiger Abend mit spannenden Themen und Diskussionen. Danke an die 15 Ladies aus diversen Bereichen sowie Funktionen, es war eine gute Mischung aus Fintech, Banken und Beratung – wir freuen uns, dass die Community in der Hansestadt Form annimmt und stärker wird :). Das nächste Treffen ist für Ende September bei figo geplant.