Fintech Week: Interview mit Keynote Speakerin Dr. Manuela Rabener

Von heute an steht Hamburg für fünf Tage voll und ganz im Zeichen der Finanztechnologie, kurz Fintech. Denn heute startet die Fintech Week. Die Veranstaltungswoche geht vom 15. bis 20. Oktober 2018.

Wir haben bereits berichtet, dass die Fintech Ladies den Montagnachmittag aktiv mitgestalten. Dazu zählen die Fintech Stories, die am 15. Oktober 2018 im Zeitraum von 14.00 – 17.00 Uhr im Hamburger betahaus stattfinden. Bei den Fintech Stories erzählen fünf Protagonisten ihre persönliche Success Story. Eröffnet wird dies mit einer Keynote von Dr. Manuela Rabener von Scalable Capital.

Die Fintech Stories mit Manuela

Manuela ist Co-Founderin von Scalable Capital. Das Unternehmen hat innerhalb kurzer Zeit den Markt der Robo-Advisor erobert und mittlerweile mehr als eine Milliarde Assets unter Management. Hier gibt Manuela vorab ein paar Einblicke in ihre Success Story.

Bei Scalable Capital ist sie für alles verantwortlich, was mit der Außenkommunikation zu tun hat. Dazu zählen Marketing, Pressearbeit, CRM und Corporate Design. Das Unternehmen verfügt über zwei Büros: in London und in München (sie sitzt mit ihrem Team in London), die es über die Landesgrenzen hinweg zu koordinieren gilt. Mehr zu ihrem Werdegang, ihren Aufgaben sowie aktuellen Herausforderungen wird euch Manuela sicherlich auf der Fintech Week verraten – hier folgt nun unser Interview.

Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener
Die Kommunikatorin bei Scalable Capital: Dr. Manuela Rabener

Interview

FTL: Manuela, was war die wichtigste Erfahrung für dich als Gründerin?
Manuela: „Das Scheitern und die Analyse der Gründe dafür. Mein erstes Startup hat nicht funktioniert und ich habe extrem viel dadurch gelernt. Ich bin jetzt viel kritischer in meiner Bewertung des Potenzials einer Idee, würde keinesfalls mehr Anteile im Gegenzug für eine Medialeistung eines Partners hergeben und kann Annahmen eines Businessplans deutlich realistischer einschätzen.

Spannend fand ich auch herauszufinden, wie leicht oder wie schwer es einem fällt, sich nach mehreren Jahren mit einem sehr guten, sicheren Gehalt wieder auf einen niedrigeren Lebensstandard einzustellen. Denn Gründen ist ja in den Anfangsjahren finanziell nicht sexy, auch wenn man in den Medien zumeist von erfolgreichen Gründern liest, die irgendwann Millionäre werden. In der Realität müssen Gründer – gerade zu Beginn – den Gürtel erst einmal enger schnallen. Und nicht immer wird man langfristig dafür belohnt. Mit diesem Risiko und damit, dass so mancher Peer an einem vorbeizieht in Sachen Gehalt, muss man leben können, sonst wird man als Gründer nicht glücklich und gibt womöglich zu früh auf.“

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Manuela: „Die konsequente Personalisierung durch die Nutzung von Technologie. Wir kommen aus dem Zeitalter der Massenproduktion, die den Nutzen mit sich brachte, dass mehr Menschen immer günstigere Produkte konsumieren konnten. Das Individuelle fiel dabei jedoch unter den Tisch, weil es zu kostenaufwändig gewesen wäre.

Jetzt steht der nächste Schritt an: In der Vermögensverwaltung werden das zum Beispiel individuell zusammengestellte und verwaltete Portfolios ab sehr kleinen Anlagesummen sein. Ohne höhere Kosten – dank Technologie.“

FTL: Welche Fintech-Start-Ups haben deiner Meinung nach die beste Chance, ganze Märkte umzukrempeln und warum?
Manuela: „Im Bereich der Geldanlage, in dem ja auch Scalable Capital aktiv ist, gibt es ein enormes Potenzial. Denn mit Technologie lässt sich hier noch vieles verbessern – übrigens nicht nur für Anleger kleinerer Summen, sondern auch für vermögende Kunden. Siehe das Stichwort „Personalisierung“, das ich ja bereits angesprochen habe.

Aber auch im Verstehen und der Schaffung von Transparenz zu Risiko-Rendite-Aspekten ist noch einiges an Fortschritt drin. Ich rechne zum Beispiel fest damit, dass wir noch viel mehr Fortschritt beim Thema nachhaltige Geldanlagen sehen werden, sobald man die finanziellen Trade-offs besser berechnen und an die Investoren kommunizieren kann und ihnen bessere Möglichkeiten geben kann, ihre Portfolios individuell zusammenzustellen.

Fintechs, die hier mitmischen und Technologien entwickeln, die auch für etablierte Banken und andere Unternehmen geeignet sind, können diesen Bereich anhaltend prägen.“

FTL: Welche Lady sollten wir für unseren Blog interviewen?
Manuela: „Dorothee Blessing fände ich spannend. Sie hat sich im sehr männerdominierten Investment-Banking nach oben gekämpft und das schon vor 20 Jahren. Ich fände es toll, mehr dazu zu hören, wie sie das geschafft hat – von ihrem sicherlich hohen Arbeitspensum und ihrer Intelligenz mal abgesehen. Und ich bin mir sicher, dass sie die eine oder andere spannende Anekdote zu erzählen hätte.“

FTL: Und nun zu unserer Abschluss-Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Manuela: „Ich bin erst vor kurzem Mutter geworden und verbringe jetzt am liebsten jede freie Minute mit meiner Tochter. Es ist wunderbar zu sehen, wie sie die Welt und ihre täglich vielfältigeren Fähigkeiten entdeckt.“

Wow, sehr inspirierend! Danke liebe Manuela – wir sind total gespannt auf Deine Fintech Story im Rahmen der Fintech Week. Manuela ist übrigens auch auf LinkedIn aktiv – schaut doch mal vorbei und vernetzt euch. 

Fintech Week: Interview mit Anke Dassler von KPMG

Auf der Fintech Week spricht Anke Dassler, Partner bei KPMG Germany, bei unseren Fintech Stories. Ihr könnt sie live am 15. Oktober 2018 im Zeitraum von 14.00 – 17.00 Uhr im Hamburger betahaus erleben. Auf unserem Blog gibt uns Anke schon einmal einen kleinen Vorgeschmack, indem sie uns das Fünf-Fragen-Interview beantwortet hat.

Fintech: Beratung der Finanzbranche

Anke arbeitet seit knapp 17 Jahren bei KPMG – davon mehr als sieben Jahre als Partner. Sie arbeitet überwiegend mit Banken, Fintechs und Asset Managern zusammen. Zu ihren täglichen Aufgaben gehören die Beratung und Prüfung aktueller Themen, die ihre Kunden beschäftigen. Damit ist sie immer als Puls der Zeit unterwegs.

Anke Dassler, Partner bei KPMG, berät Fintech-Unternehmen
Anke Dassler, Partner bei KPMG, berät Fintech-Unternehmen

Interview

FTL: Warum ist es so wichtig, dass es in der Fintech-Branche Frauen generell und Frauen in Führungspositionen gibt?
Anke: „Wir brauchen mehr Heterogenität in Führungsetagen, da Deutschland sonst an Innovationskraft verliert. Dies trifft auf Fintechs als Motor der Innovation in der Finanzbranche ganz besonders zu. Homogenität bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet Abstieg und das wollen wir bestimmt nicht.“

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Anke: „Ich sehe, dass Fintechs mehr und mehr in klassische Felder vordringen und dort steckt für mich das größte Potenzial: angestaubte Produkte und Prozesse mit einem großen Hebel für die Wirtschaft.

So finde ich z.B. Innovationen um Finanzprodukte für den Mittelstand oder Versicherungen sehr spannend. Da gibt es großartige Chancen für Innovation.“

FTL: Wo sammelst Du Inspirationen?
Anke: „Parallel zu meiner Tätigkeit bei KPMG arbeite ich an meinem PhD an der Vrije Universiteit in Amsterdam.

Hier forsche ich zu aktuellen Themen der Organisationsentwicklung und komme in Kontakt mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Unternehmen, die sich mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen beschäftigen, z.B. „Brauchen wir zukünftig noch Führungskräfte und wenn ja, wofür.“

FTL: Welche Fintech-Start-Ups haben deiner Meinung nach die beste Chance, ganze Märkte umzukrempeln und warum?
Anke: „Nach all dem, was ich am Markt sehe, ist Fokussierung der Schlüssel zum Erfolg. Wichtig ist, vom Kunden her ein ganz bestimmtes Problem zu lösen und hierfür eine innovative Lösung anzubieten.

Aus meiner Sicht, war die Zeit nie so reif für Innovationen wie jetzt: rasante technologische Entwicklung, Generationswechsel in vielen Unternehmen und geändertes Kundenverhalten.“

FTL: Was machen Frauen im Berufsleben anders als Männer?
Anke: „Ich glaube, dass Frauen eine Reihe von Fähigkeiten mitbringen, die gerade in Zeiten von Digitalisierung immer wichtiger werden. Empathie ist ein schönes Beispiel.

Wenn mehr und mehr automatisiert wird, braucht es Führungskräfte, die Menschen begeistern und mitnehmen können. Und da haben Frauen in der Regel eine stärkere Ausprägung als Männer. Die Kunst ist, auf diese Talente zu vertrauen und sich nicht unterkriegen zu lassen.“

Herzlichen Dank, für Deine Zeit, liebe Anke! Wir freuen uns schon sehr auf Deine Geschichte bei den Fintech Stories. Wer sich in der Zwischenzeit mit Anke vernetzen möchte, findet sie auf LinkedIn.

herCAREER: Karriere-Meetups mit Melina Mascolo

Die Messe herCAREER (11. – 12. Oktober 2018 im MTC World of Fashion in München) ist eine Karrieremesse für Absolventinnen, Frauen in Fach- und Führungspositionen und Existenzgründerinnen. Der Event dient zum Austausch und zum teilen von Wissen ebenso wie die Netzwerkbildung. Eine perfekte Plattform für die Fintech Ladies, wie auch Gründerin Christine Kiefer findet: “Die Finanzindustrie befindet sich im Umbruch. Die Zukunft der Finanzbranche muss viel mehr von Frauen mitgestaltet werden, als es bisher der Fall war. Durch die Kooperation mit der herCAREER möchten wir Fintech Ladies einem breiten weiblichen Publikum mögliche Wege in die Finanzbranche aufzeigen. Von der Gründung eines eigenen Fintechs über die Beratung von Finanzinstitutionen zur Digitalisierung alteingesessener Finanzhäusern stehen uns Frauen viele Möglichkeiten offen, zur Veränderung des Finanzplatzes Deutschland beizutragen.“

Die Fintech Ladies und die Karriere-Meetups

Auf der Veranstaltung finden die beliebten Karriere-Meetups statt. Diese ermöglichen in kleiner Runde einen qualifizierten und wertvollen Austausch zu einem jeweils bestimmten Thema. Die Meetups gibt es an separat ausgewiesenen Standflächen, aber auch an den Messeständen der Aussteller selbst.

In den Treffen in kleiner Runde treffen die Teilnehmerinnen auf Sparringspartner, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen. Im Rahmen der Meetups bringen Netzwerkpartner, Verbände, Institutionen und Organisationen, aber auch die ausstellenden Unternehmen selbst die Teilnehmerinnen mit Fach- und Führungskräften aus Human Resources und Fachabteilungen, Top Managern/-innen, Fachexperten/-innen und Mentoren/-innen, Gründern/-innen, Unternehmern/-innen und Investoren, Persönlichkeiten aus Politik und vielen mehr zusammen. Die Teilnehmerinnen selbst profitieren so von einem unglaublich vielseitigen Wissen direkt aus der Praxis.

Unsere Moderation Melina Mascolo: herCAREER

Unsere Fintech Lady Melina Mascolo wird die Karriere-Meetups auf der herCAREER Messe moderieren. Melina studiert aktuell Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität München. Hauptberuflich, denn nebenberuflich ist Melina so aktiv, dass manch einem ganz schwindelig werden könnte. So verwundert es nicht, dass sie seit Herbst 2018 Fastlane Stipendiatin bei der BMW Group ist.

Melinas Einstieg ins Berufsleben begann früh. Wo sich Gleichaltrige noch in ihrer Orientierungsphase befinden, hatte sie bereits im Alter von sechzehn Jahren einen konkreten Plan und gründete ein Gewerbe. Damit gehörte Melina zu den jüngsten Unternehmerinnen in Deutschland. “Anfangs wurde gezweifelt, ob es möglich wäre, in dem jungen Alter für Kunden zu arbeiten und gleichzeitig mein Abitur zu absolvieren. Aber ich wollte nicht die Male zählen, an denen mir gesagt wurde, etwas würde nicht gehen. Stattdessen zähle ich lieber die Male, bei denen es geklappt hat, obwohl es angezweifelt wurde“, so Melina Mascolo. “Ich habe unglaublich viel in der Zeit gelernt und für mich mitgenommen. Natürlich zu Außendarstellung und effektivem Zeitmanagement, aber auch zu Werten wie Selbstdisziplin und dem Willen sich durchzusetzen. Das hat mich in meinem bisherigen Leben sehr geprägt.”

Parallel zu ihrem Studium war sie unter anderem als Werkstudent im IT-Consulting tätig. Aktuell engagiert sie sich als Tech Talents Coach bei der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München. Hier unterstützt sie Gründer bei der Erstellung und Überarbeitung von Businessplänen und Geschäftsmodellen.

Moderation für die Fintech Ladies bei der Messe herCAREER: Melina Mascolo

Dein Netzwerk ist die beste Währung

Wie kommt nun so jemand zu den Fintech Ladies? Melina dazu: “Eines habe ich schnell mit dem Beginn meines eigenen Business begriffen: Ein Netzwerk ist die beste Währung und für das Berufsleben essentiell. Man muss nur offen auf andere Menschen zugehen und Interesse an ihren  persönlichen Geschichten zeigen. Dann kommt das Netzwerk ganz von alleine zustande. Hinzu kommt, dass ich mich schon immer sehr für IT und Finanzen interessiert habe. Schon zu Schulzeiten und auch jetzt im Studium wurde ich häufig mit den Vorurteilen – Frauen und IT, das passt doch nicht zusammen – konfrontiert. Das hat mich eher in meinem Weg bestärkt und nicht abgeschreckt.“ 

Sie ergänzt: „All das sind Gründe, warum ich weibliche Netzwerk-Vereinigungen wie die Fintech Ladies äußerst spannend finde. Hier kann man sich auf Augenhöhe austauschen und findet Gleichgesinnte. Es freut mich, dass ich mich einbringen kann und die diesjährige herCAREER als Moderatorin begleiten darf. Ich bin schon sehr gespannt auf unsere Slots und den Austausch mit den Teilnehmerinnen.”

Die Karriere-Meetups der Fintech Ladies

Ihr seid interessiert und wollt zu den Karriere-Meetups der Fintech Ladies gehen? Wir bieten folgende Slots mit drei inspirierenden und tollen Frauen an. Die Teilnahme erfolgt vor Ort ohne vorherige Anmeldung, aber nach dem Prinzip „first come, first served“. Wir freuen uns auf euch!

11.10.2018, 11:30 – 12:30 Uhr
MeetUp G.15 Tisch 1 – Halle 3
herCAREER: Andrea Kemmer von KPMG

 

 12.10.2018, 15:30 – 16:30 Uhr
MeetUp G.15 Tisch 2 – Halle 3
herCAREER: Alexandra Weck von UBS

 

Alexandra ist übrigens auch ein Fintech Lady Ambassador. Sie organisiert derzeit für den Standort München regelmäßig die beliebten FTL DeepDives, die ihr nicht verpassen solltet. Meldet euch für unseren Newsletter an und ihr bekommt eine Einladung zum nächsten Event. Oder folgt uns in den Sozialen Medien oder auf Eventbrite. So verpasst ihr garantiert nie ein Event 🙂

Fintech Week in Hamburg: Fintech Ladies gestalten den Montagnachmittag

Eine Woche. Eine Stadt. Fintech pur. Das Beste zur Zukunft der Finanzen. Das ist die Fintech Week in Hamburg (www.fintechweek.de), Deutschlands größtes Event rund um moderne Finanztechnologie. Ausrichter der Fintech Week in Hamburg (kurz: fwhh) sind finletter und das Betahaus. Klar, dass die Fintech Ladies wieder als einer der Event-Hosts mit an Bord sind und die fwhh aktiv mitgestalten.

Am 15. Oktober 2018 geht es endlich los. Das Spektakel mit zahlreichen Sessions rund um Fintech & Co. und der Konferenz FinForward am Donnerstag geht  bis einschließlich 20. Oktober. Mehr als 1.500 Akteure aus der Fintech- und der Bankenbranche treffen in der Hansestadt bereits zum dritten Mal aufeinander, um eine Woche lang die zukunftsweisenden Trends und Konzepte zu diskutieren, Lösungen zu entwickeln und Kontakte zu knüpfen.

Die Konferenz FinForward

Ein besonderes Highlight im Rahmen der fwhh ist die eigene Konferenz am 18. Oktober. Hier sprechen etablierte Player, Fintech-Start-ups und Cross-Industry-Speaker über die Zukunft der Finanzen. Unter anderem geht es um künstliche Intelligenz und selbstlernende Algorithmen sowie Payment, Blockchain und natürlich das zurzeit höchste Gut: Daten.  

Unsere Fintech Lady Anna im Beirat der Fintech Week

Die diesjährigen Themen und Trends der Veranstaltung wurden vom sogenannten Fintech Week Beirat identifiziert. Mit im Gremium ist Anna Friedrich, Head of Marketing & Communications beim Hamburger Fintech-Unternehmen collectAI (Otto Group). Anna betreut als Networkerin unsere Fintech Ladies Community in Hamburg und unterstützt die bundesweite Organisation gemeinsam mit Gründerin Christine Kiefer.

Im Beirat der Fintech Week in Hamburg: Anna Friedrich, Head of Marketing & Communication bei collectAI

“Ich bin stolz darauf, dass ich als Beirat die Themen und Trends der Fintech Week mitgestalten kann. Gemeinsam mit erfahrenen Kollegen aus Personen unterschiedlichen Bereichen der Branche haben wir relevante Metathemen definiert, die sich durch die gesamte Woche ziehen werden. Die Fintech Week ist eine ideale Plattform, um das eigene Netzwerk zu stärken und von den Synergien zu profitieren“, sagt Anna Friedrich.

Der Beirat besteht derzeit aus zehn Mitgliedern aus dem Fintech, Banken, Versicherungen, Digital- und Unternehmensumfeld. Anna ergänzt: “Mit den Fintech Ladies sind wir in diesem Jahr wieder mit einem bundesweiten Event vertreten. Wir bieten mit den Fintech Stories eine Plattform für alle Interessierten. Der Austausch und das anschließende Abschluss-Dinner am Abend sind sicherlich zwei Highlights der Woche – mit geballter Frauenpower.” 😉

Reminder setzen: Die Fintech Ladies hosten zwei spannende Programmpunkte

Die Fintech Week besteht aus einem bunten Programm, bestehend aus vielen spannenden Events. Zu jedem Event kann man sich einzeln anmelden. Verpassen sollte ihr in keinem Fall die bereits erwähnten Fintech Stories, die schon im letzten Jahr ein voller Erfolg waren.

Die Fintech Stories liefern Insights und Inspirationen für jeden, der in der Branche tätig ist. Hier bekommt ihr tiefe Einblicke in den Alltag von Gründern aber auch von Corporates. Außerdem nehmt ihr Inspirationen für euren eigenen Karriereweg und spannende Kontakte innerhalb der Branche mit. Folgendes Programm erwartet euch bei uns (Änderungen vorbehalten):

Die Fintech Stories: Fünf Frauen erzählen von ihrem Werdegang

Wann: 15. Oktober 2018
Uhrzeit: 14.00 – 17.00 Uhr
Wo: betahaus Hamburg
Tickets: Gibt es auf Eventbrite

Worum geht es:
Fünf Ladies erzählen von ihrem persönlichen Karriereweg in der Fintech-Szene. Sie berichten über ihren Einstieg in die Branche und so manche Hürden und Hilfestellungen, die sie erlebt haben. Dabei treffen Fintech-Gründerinnen auf Frauen aus etablierten Unternehmen der Corporate Welt. Ihr hört Success Stories von:

  • Dr. Manuela Rabener
    Co-Founderin von dem Robo-Advisor Scalable Capital
  • Anke Daßler
    Partner bei einer der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften KPMG
  • Jessica Holzbach
    Gründerin von Penta, der Digitalbank für KMU’s
  • Dagmara Kowatzky
    Vice President Business Development Europe beim Kreditkartenunternehmen MasterCard
  • Lara Hämmerle 
    Co-Founder bei Vantik, einem Unternehmen für digitale Altersvorsorge

Nach den Keynotes fasst eine gemeinsame Diskussionsrunde die Success Stories zusammen. Carolin Neumann, finletter- und Fintech-Week-Gründerin, moderiert das Panel.

Krönender Abschluss: Das Fintech Ladies Dinner

Das exklusive Abendessen ist eine Netzwerkveranstaltung für Gründerinnen, Fach- und Führungskräfte aus der Finanzbranche. Dazu zählen Frauen aus Fintechs, Unternehmen, Banken, Versicherungen. Aber auch Frauen, die sich mit der Digitalisierung und Innovationen innerhalb der Finanz-Szene beschäftigen.

Im Fokus steht die Vernetzung führender Frauen aus der Fintech-Szene. Unsere Fintech-Ladies-Gründerin Christine Kiefer und Anna Friedrich werden die Teilnehmerinnen begrüßen. Danach widmen wir den ganzen Abend den persönlichen Gesprächen. Dies ist übrigens das zweite bundesweite Treffen dieser Art. Hier könnt ihr einen Beitrag aus dem letzten Jahr nachlesen und euch ein Video von der Fintech Week 2017 anschauen.

 

Damit ihr künftig keine News mehr von den Fintech Ladies verpasst, informiert euch auf unserer Website und tragt euch in den Newsletter-Verteiler ein.

Payment-Anbieter RatePAY: Interview mit Julia Tschawdarow

Schon mal online in Raten gezahlt? Und das mit nur einem Klick? Falls ja, dann könnte das mit einer großen Wahrscheinlichkeit über RatePAY erfolgt sein. Das Berliner Unternehmen wurde 2009 gegründet und bietet Onlinehändlern Payment-Lösungen für Ratenzahlung, Rechnungskauf, Lastschriftverfahren oder Vorkasse an. Dabei übernimmt RatePAY die komplette Abwicklung und das Ausfallrisiko.

Wir konnten mit Julia Tschawdarow, Head of Marketing & PR, bei RatePAY sprechen.

Payment ist vielseitig

Julia hat uns erzählt, dass es in ihrem Job nie langweilig wird.  Zusammen mit ihrem Team ist sie für die komplette Außen-Kommunikation und das Branding des Online-Payment Anbieters verantwortlich. Da kann man sich vorstellen, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Zum daily business gehören zahlreiche Aufgaben: Presseanfragen beantworten, Geschichten schreiben, Veranstaltungen planen, Strategien und Konzepte entwerfen, Social Media steuern, interne Kommunikation vorantreiben und noch so viel mehr. Trotzdem hat sich Julia die Zeit genommen und unsere fünf Fragen beantwortet.

Julia vom Payment-Anbieter RatePAY
Julia vom Payment-Anbieter RatePAY

Interview

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Julia: „Also ich finde selbstverständlich das Thema Online-Payment am Spannendsten 🙂 Für einen Kommunikatoren wie mich ist das Thema erst mal eine harte Nuss. Es interessiert nämlich im Grunde genommen niemanden.

Wer bezahlt schon gerne? Umso wichtiger und daher auch spannender ist es für mich, Content und Geschichten rund um das Thema Payment zu schaffen, die relevant und interessant sind. Warum brauchen wir gute und einfache Bezahlmethoden? Oder eine 1a Risikoprüfung? Hinter dem Thema Payment stecken hochkomplexe Prozesse. Die in einfache Botschaften zu übersetzen, egal ob für Endkunden oder Händler, ist eine Aufgabe, die mich nie langweilen wird.“

FTL: Wo sammelst Du Inspirationen?
Julia: „Inspiration hole ich mir aus ganz vielen Ecken. Ich gehe gerne zu Netzwerk-Treffen, wo ich schon viele spannende Leute getroffen habe. Auch ganz viele tolle Frauen, die im Finanz- oder Tech-Bereich arbeiten und da die Zukunft mitgestalten. Das ist extrem inspirierend. Aber auch bei anderen Branchen-Events hole ich mir viel Input. Gerade hier in Berlin ist so unheimlich viel los, da ist es fast schwieriger, nicht inspiriert zu werden.

Auch in ruhigen Moment lasse ich mich inspirieren, zum Beispiel am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen oder an einem der vielen Seen im Berliner Umland. Und zu guter Letzt liebe ich Pinterest und könnte da stundenlang in den Ideen anderer Leute abtauchen.“

FTL: Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Julia: „Fintech-Kommunikation ist nicht 08/15. Ich bin als Botschafter gleich in mehreren Missionen unterwegs: Was machen wir bei RatePAY? Was ist eigentlich Fintech? Welche Chancen bieten sich für Frauen in der Fintech-Branche (unendlich viele!)? Was macht Künstliche Intelligenz und Machine Learning mit unseren Finanzen?

Meine Arbeit richtet sich sowohl an Onlineshopper als auch an Händler, an Investoren, Partner und Kollegen… Leider ist es immer noch schwierig, neue Mitarbeiter zu finden, viele Studenten wollen lieber zu bekannten Consumer Brands und sehen dabei die Chancen nicht, die sich in einem hochdynamischen Wachstumsmarkt wie unserem ergeben. Bei uns gibt es für neue Talente viel mehr Gestaltungsräume und Experimentiermöglichkeiten als bei den großen Unternehmen, wo oft schon alles genau durchgeplant ist.“

FTL: Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Julia: „Die größte Herausforderung ist gleichzeitig auch das Tolle an meinem Job: Die ganze Branche, die ganzen digitalen Dienstleistungen in unserem Bereich ändern sich permanent. Heute ist nichts so, wie es gestern war. Jetzt gerade gibt das Thema künstliche Intelligenz der Branche wieder einen riesen Anschub. Darauf in der Kommunikation immer wieder neu Bezug zu nehmen, ist eine Herausforderung.

Im Gegensatz zu anderen Branchen kann man bei uns nicht einfach ein Konzept aus der Schublade ziehen, was vor 18 Monaten schon mal ganz nützlich war. Wenn man nicht auch privat ein Grundinteresse an digitalen und technologischen Themen hat, ist es glaube ich schwer, am Ball zu bleiben.“

FTL: Und Julia, was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Julia: „Ich liebe Gin Tonic 🙂 Abgesehen davon fahre ich viel durch die Gegend oder entspanne am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen. Ich achte darauf, dass ich dann wirklich ganz raus bin. Denn um kreative Jobs wie meinen gut machen zu können, ist es wichtig, sich immer mal komplett rauszunehmen und was ganz anderes zu machen. Nicht nebenher noch zehn E-Mails beantworten oder die latest News der Fintech-Welt googeln.

Um abzuschalten, eignet sich auch ein intensives Hobby sehr gut. Bei mir ist das Westernreiten. Das kann ich nur gut machen, wenn ich hundertprozentig bei der Sache bin. Aber auch andere kreative Tätigkeiten (Heimwerken, Handarbeit), die ganz andere Hirnareale beanspruchen, helfen mir, richtig runterzukommen und dann wieder mit neuer Energie und neuen Perspektiven an die Arbeit zu gehen.“

Danke liebe Julia! Das sind spannende Einblicke, die wir da von Dir erfahren haben. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

5 Fragen an… Jessica Holzbach von Penta – Banking 2.0

Liebe Fintech Ladies! Freut euch auf ein neues Interview mit Jessica Holzbach. Sie ist Co-Founder & Customer Relations bei Penta, einem Unternehmen für neues, digitales Banking.

Das Unternehmen ist ein Fintech mit Hauptsitz in Berlin. Penta hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschäftsbanking für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Startups zu revolutionieren. Warum? Weil die drei Gründer gefrustet von den verfügbaren Banking-Angeboten waren. Ihren Erfahrungen nach waren die Banken langsam und ineffizient. Zudem hatten sie komplexe Online-Banking-Benutzeroberflächen und boten schlechten Kundenservice. Innovationen und ein offenes Ohr für den Kunden weit gefehlt.  So beschlossen sie, es mit ihrem eigenen Unternehmen Penta besser zu machen.

FTLDeepDive

Wir haben Jessica Holzbach und ihr Unternehmen kürzlich im Rahmen unserer beliebten FTL DeepDive Reihe in Berlin besucht. Zeit genug für ein knackiges Interview. Jessica hat uns erzählt, das als Gründer kein Tag dem anderen ähnelt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Customer Relations Team aufzubauen. Außerdem arbeitet sie daran, die passende IT Infrastruktur bereitzustellen und Feedback-Zyklen zu integrieren. Ein weiteres wichtiges Thema, welches sie begleitet, ist der Bereich Operations. Doch nun mehr zu Jessica in unserem Interview.

Interview

FTL: Warum ist es so wichtig, dass es in der Fintech-Branche Frauen generell und Frauen in Führungspositionen gibt?
Jessica: „Das ist meiner Meinung ganz einfach und logisch: Intelligenz, Talent und Fähigkeiten sind gleichverteilt auf beide Geschlechter. Würden wir uns nur auf Startups von männlichen Gründern beschränken, würden wir 50% des Potentials ausschließen. Ich denke, in diesen “weiblichen 50%” steckt noch so viel Potential, welches die gesamte Branche revolutionieren kann – weit langfristiger und struktureller als aktuellen Trends wie z.B.  AI oder Big Data.“

FTL: Auf welche Fintechs werden wir in Zukunft nicht verzichten können?
Jessica: „Penta. Monzo. Adyen.“

FTL: Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Jessica:  „Ich habe folgende Tipps für euch:

  1. Einfach machen, nicht alles bis zur 100%igen Perfektion vorher durchdenken und planen.
  2. Mutig sein und auch das Risiko eingehen, einen Fehler zu machen. Nur dadurch lernt man.
  3. In sich selbst und die eignen Fähigkeiten vertrauen. Wenn man mal etwas nicht weiß, kann man immer noch um Hilfe bitten.“

FTL: Was war der hilfreichste Ratschlag für dich in deiner Gründungsphase?
Jessica: „Be bold. Just do it. Do things that don’t scale. Always question the status quo. Don’t take no for an answer.“

FTL: Und jetzt kommen wir noch zu einer unserer beliebtesten Fragen: Welches Buch hat Dich zuletzt so beeindruckt, dass Du es einer Freundin weiterempfehlen würdest?
Jessica: „Da gibt es eine Menge. Angefangen bei ShoeDog von Nike Gründer Phil Knight, über Atlas Shrugged von Ayn Rand hin zu Siddharta von Hermann Hesse.“

Vielen Dank für das Interview und Deine Zeit, Jessica.

Ihr möchtet noch mehr von Jessica erfahren oder euch mit ihr vernetzen? Dann kontaktiert sie doch persönlich über LinkedIn.

FTL DeepDive bei Penta in Berlin

Nie wieder mittelmäßiges Banking – so lautet das Credo des Berliner Fintechs Penta. Selbiges lud die Fintech Ladies am 15. August 2018 zu einem DeepDive ein. Penta bietet Geschäftsbanking für KMUs und stellte den Teilnehmerinnen den Weg von der Idee zum Produkt vor. Dabei geht es Penta vor allem um Einfachheit, Kundenorientierung, Sicherheit, Schnelligkeit und Transparenz. Besonders das umfassende Einbeziehen des Kundenfeedbacks zeichnet Pentas Herangehensweise an die Weiterentwicklung des Produktes aus. Dies weckte das Interesse der Teilnehmerinnen und erzeugte spannende Diskussionen.

 

Vielen Dank an Jessica Holzbach und ihre Kolleginnen für den tollen Abend und den spannenden Einblick in die Welt von Penta. Wir kommen gerne wieder 🙂

5 Fragen an… Stella Regna von Figo

Stella Regna, bekannt auch als die PR-Frau hinter figo, hat im Job-Alltag so einiges zu tun: Presseanfragen und Interviews beantworten, Speakerslots für ihre Kollegen auf wichtigen Branchen-Events organisieren oder eigene Events wie aktuell den Bankathon vorbereiten. Trotzdem hat sie es sich nehmen und sich von uns interviewen lassen und darüber freuen wir uns sehr.

Stella Regna ©Foto by Sarah Eick

Doch nun erst einmal kurz zu figo. Der B2B-Anbieter ermöglicht Dritten durch die Einbindung der figo-Technologie den Zugang zu diversen Finanzquellen, wie Bankkonten, Kreditkarten, Depots, Zahlungsmethoden, Fintechs und mehr. figo hat sich seit der Gründung immer mehr zum Bank-Dienstleister etabliert.

Stella, warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Stella: „Vor etwas mehr als drei Jahren habe ich diesen Begriff das erste Mal gehört. Die Fragezeichen standen in meinem Gesicht. Auch die unzähligen Abkürzungen wie API, SaaS, PSD2, XS2A oder 2FA brachten für den Moment nicht unbedingt Licht ins Dunkel. Und trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, hat es mir in den Fingern gejuckt, mich in erster Linie mit figo als Unternehmen und natürlich damit einhergehend mit der Branche zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich tatsächlich das erste Mal damit auseinandergesetzt, dass nicht nur meine Bank Anlaufstelle in puncto Banking sein muss. Nicht, dass ich großartig Interesse daran gehabt hätte, mich mit der Bank “meines Vertrauens” bzw. mit der Bank, bei der ich einfach seit meinem 19. Lebensjahr ein Konto habe, und deren Produkten zu beschäftigen. Je länger ich bei figo gearbeitet habe, desto mehr ist mir bewusst geworden, woran ich eigentlich gerade teilhaben darf. Es entstand gerade eine neue Branche. Auch jetzt sind wir alle, die in diesem Bereich tätig sind, hautnah dabei, wie sich ein neuer Wirtschaftszweig etabliert – mit allen Höhen und Tiefen. Es kommen immer wieder Ideen, Produkte und Player auf den Markt, die einem sofort das “Wow” entlocken. Und natürlich gibt es auch diejenigen, bei denen man sich denkt: “Joa, gut, es gibt zwar schon unzählige P2P-Payment Services, aber Deins ist bestimmt noch ein bisschen besser”.

In der Summe ist es aufregend, in diesem Bereich zu arbeiten. Mittlerweile ist die Branche ja auch nicht mehr einfach nur neu, sondern hat erste Entwicklungen und Veränderungen durchgemacht. Waren die Fintech-Unternehmen zu Beginn der medial erklärte Feind der Banken, geht es jetzt um Kooperationen und Symbiosen. Es geht um den Mehrwert, den Fintech-Unternehmen und Banken Kunden gemeinsam bieten können. Der PSD2 sei Dank agieren wir Fintech-Unternehmen mittlerweile auch nicht mehr in angreifbaren rechtlichen Grauzonen, sondern sind legitimierte Marktteilnehmer.

Was machen Frauen aus Deiner Sicht im Berufsleben anders als Männer?
Stella: „Ich bin davon überzeugt, dass viele Frauen neben ihrer fachlichen Qualifikation, Intuition mitbringen. Oder anders: Frauen haben ein Gespür für verschiedene Situationen, für Interaktionen zwischen Kollegen oder für Stimmungen in Kundengesprächen beispielsweise. Ich will nicht sagen, dass Männer gar nicht über emotionale Intelligenz verfügen – bloß in einer anderen Ausprägung.

Was Frauen auch anders, oder einfach mal nicht so gut machen: intensiv netzwerken, einander pushen oder sich gegenseitig empfehlen. Ja, böse Zungen können an der Stelle sagen, dass wir männliche Verhaltensweisen nicht übernehmen sollten, und doch sieht die Realität im Moment noch anders aus. Wir müssen einander viel mehr unterstützen und ineinander Vorbilder sehen, wofür wir natürlich auch einfach mal viel mehr Frauen in der Branche und in Führungspositionen brauchen!

Ist das auch einer der Gründe, warum Dir unser Fintech Ladies Netzwerk gefällt?
Stella: „Ich hatte eigentlich immer Vorurteile, wenn es um das Thema Frauennetzwerke ging. Erfahrungen mit solchen Communities waren geprägt von einem gemeinsamen Lamentieren und gegenseitigen Bemitleiden, das Netzwerken als solches ist oft in den Hintergrund gerückt. Die Fintech Ladies haben mich da aber schnell eines Besseren belehrt. In unserem Netzwerk gibt es so viele unglaublich tolle Frauen, die was zu sagen haben, die Meinungen vertreten und ihren Job mit Leidenschaft und Engagement machen. Ich gehe gern zu den FTL DeepDives in Hamburg, um mittlerweile bekannte Gesichter regelmäßig wiederzusehen oder eben um neue Menschen in der Fintech-Welt kennen zu lernen!“

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Stella: „Unabhängig von der Branche ist meine größte permanente Herausforderung, dass im Kontext PR viele Menschen der Meinung sind, mitreden zu können oder es einfach besser zu wissen. PRler arbeiten nicht mit außergewöhnlichen Programmiersprachen oder komplexen mathematischen Formeln. Es geht unter anderem um das Beherrschen von Sprache, um Formulierungen, um Redegewandtheit, um das Spielen mit Worten, um das Schaffen von klaren Aussagen, um Diplomatie und manchmal auch um die Organisation des perfekten Events. So wie nicht jeder ein genialer Chemiker sein kann, muss auch nicht jeder in der Lage sein können, den Job eines PR-Managers zu machen.

Und unsere letzte Frage: Wo sammelst Du Inspirationen?
Stella: „Tatsächlich passiert es mir eher selten, dass Menschen mich wirklich faszinieren, nachhaltig beeindrucken und mich somit inspirieren. Sind mir solche Unikate erst einmal über den Weg gelaufen, schätze ich den persönlichen Austausch, hole mir gerne Rat ein und diskutiere Themen aus. Hier bei figo gibt es ein paar dieser speziellen Menschen: Die Zusammenarbeit mit André (Anmerkung der Redaktion: André M. Bajorat, CEO von figo) spornt an und lässt einen über sich hinaus wachsen. Bianca (Anmerkung der Redaktion: Biana Steinke, Head of Technical Services bei figo) besticht durch Direktheit. Cornelia inspiriert durch Cleverness und Eloquenz (Anmerkung der Redaktion: Cornelia Schwertner, figo’s Head of Regulation) . Und Lars ist “schuld” daran, dass ich mich in der Branche zurechtgefunden und sie lieben gelernt habe (Anmerkung der Redaktion: Lars Markull, API  Evangelist bei figo). Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, ob die private Stella oder der Business-Mensch in mir Inspiration braucht.

Natürlich höre ich einschlägige Podcasts, lese zynische Newsletter und abonniere branchenrelevante Rundschreiben. Gleichzeitig ist der Kontakt zur Welt vor figo wichtig. Ich komme aus dem klassischen PR-Umfeld, zu dem ich noch enge Verbindungen habe, damit Kommunikationstrends nicht an mir vorbeiziehen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass mich Cleverness, Selbstreflektion, Bodenständigkeit, Eloquenz und eine angenehme Stimme (ein Insider für meine lieben Kollegen ;-)) inspirieren.

Herzlichen Dank, liebe Stella, für Deinen Input und dass Du Deine Gedanken mit uns geteilt hast. 

15% Frauenanteil in Start-ups bei fast 30% Gründerinnen – Female Founders Monitor verspricht Aufwärtstrend

Start-ups sind der Mittelstand von morgen – und sie haben das Zeug, Global Player von übermorgen zu sein. So lautet es im Vorwort der kürzlich veröffentlichten Studie Female Founders Monitor (kurz FFM). 

Die Macher der Studie haben sich 1.800 Start-Ups angeschaut und festgestellt: Die Frau von heute entdeckt das Gründen für sich. Alleine bei den befragten Unternehmen sind ein Viertel davon mit Frauen im Gründungsteam besetzt und 145 Unternehmen wurden ausschließlich von Frauen gegründet. Der Female Founders Monitor 2018 möchte aber noch mehr Frauen ermutigen, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. #starkefrauenstarkewirtschaft

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie sind folgende Punkte:

  • Der Anteil von Frauen in Start-ups hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht und liegt heute bei 14,6 %. In 28% der untersuchten Start-ups sind Frauen als Gründerinnen oder Mitgründerinnen vertreten. Dabei liegt die Größe der weiblichen Entrepreneur-Teams im Durchschnitt bei 1,3 Personen (bei männlichen Teams sind es 2,2 Personen)
  • Gründerinnen nehmen die Dinge selbst in die Hand: Sie gründen häufig allein und kommen ohne große externe Kapitalaufnahmen aus.
  • Gründerinnen wollen mit ihren Start-ups vor allem eins: schnell profitabel und damit von anderen unabhängig sein.

Ferner stellt der Report 10 interessante Thesen auf, die wir euch gerne vorstellen möchten.

  1. Frauen gründen häufiger alleine und zum ersten Mal.
  2. Gründerinnen haben häufiger einen Hintergrund in sozialen und kreativen Fächern, jedoch seltener in MINT-Fächern
  3. Gründerinnen priorisieren die Profitabilität, Gründer das Unternehmenswachstum
  4. Gründerinnen planen weniger häufig mit externen Kapitalaufnahmen und finanzieren sich seltener durch Business-Angels oder Venture Capital.
  5. Frauen gründen häufiger im Bereich E-Commerce oder Bildung, Männer häufiger im IT- oder Software-Bereich
  6. Gründerinnen bewerten die Innovativität ihres Start-ups zurückhaltender als Gründer.
  7. Gründerinnen schätzen den Einfluss der Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell geringer ein.
  8. Gründerinnen priorisieren Marketing-Kooperationen, Gründer streben F&E-Kooperationen an.
  9. Im Falle des Scheiterns würden Frauen im Vergleich zu Männern seltener ein weiteres Start-up gründen
  10. Gründerinnen setzen in ihrer Arbeit häufiger auf Koordination, Gründer auf Spezialisierung und in gemischten Teams zeigen sich teilweise positive Synergien.

Was denkt ihr zu den Thesen? Könnt ihr euch wiederfinden und habt ihr Tipps, die ihr mit uns teilen möchtet? Dann meldet euch hier mit einem Kommentar.

Übrigens: Auf Female Founders StartupSpot findet ihr eine Datenbank, in der alle deutschen Start-ups mit weiblichen Gründerinnen zu finden sind und wo man sich auch selber registrieren kann. Also, auf geht’s!

5 Fragen an… Nina Roth

Nina Roth arbeitet mit Regulatoren und Banken in Schwellenländern zu nachhaltigen Finanzen. Ende 2017 hat Nina, zusammen mit zwei Partnerinnen aus der Schweiz, das Unternehmen InvestSustain gegründet, eine Transparenz- und Investitionsplattform für nachhaltige Finanzprodukte.  Ihre Zeit hier verbringt sie vor allem mit Business Plänen, Recherche und Analyse von Produkt- und Nachhaltigkeitsdaten, Wissensaufbau zum Tech-Hintergrund sowie strategischen Überlegungen zur Finanzierung und Niederlassung des Vorhabens.

Wir haben mit ihr gesprochen, wie sie das Fintech-Umfeld wahrnimmt und auch, wo sie Inspirationen sammelt und was sie in ihrer Freizeit macht. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Nina: „Es gibt zahlreiche riesige gesellschaftliche Herausforderungen für die Fintech Lösungen anbieten kann und letztlich auch muss, wenn wir die Welt verbessern wollen. Hier gab es in den letzten ein-zwei Jahren mehr Dynamik. Dabei haben sich mehr und mehr Fintechs entwickelt, die neben ökonomischen Interessen auch soziale und ökologische Aspekte beachten. Sei es das Green Assets Wallet, das via Blockchain grüne Investitionen in Schwellenländern nachvollziehbarer machen will, die gender lense investing Plattform von Think Yellow, der geplante „Roboadvisor“ von 2°ii zur Beachtung von Klimaaspekten bei Investitionen, oder StarTalers, ein digitaler Finanzcoach für Frauen. In dem Zusammenhang kann ich auch das Diskussionspapier von – unter anderem – der Fair Finance Initiative zu „Roadmap to Conscious Fintech“ empfehlen.“

© Nina Roth

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Nina: „Es gibt zwei große Herausforderungen. Die erste ist die Entscheidung,  die Gründung voll durchzuziehen. Das hat kurzfristig finanzielle Konsequenzen, bringt Unsicherheit mit sich, aber natürlich auch den Spielraum und die Energie, die eine Gründung bedarf. Und die zweite große Herausforderung ist, dass Du anfangs entweder alleine oder in einem sehr kleinen Team agierst und alle Aufgaben bewältigen musst. Das erfordert ständige Neu-Priorisierungen und sehr viel Multi-Tasking. Das ist anstrengend, aber auch toll dynamisch. Bei beiden Herausforderungen kann umso mehr super-early-stage-funding helfen!“

Wo sammelst Du Inspirationen?
Nina: „Im Internet, auf Reisen und in Gesprächen mit Freund_innen.“

Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Nina: „Ich habe lange in der Finanzbranche gearbeitet und sie geschätzt als einen Ort, wo Mensch Veränderungen  erreichen kann. Beispielsweise im Risk Management durch strukturelle Änderungsanforderungen an Unternehmen vor der Kreditvergabe oder durch Mobilisierung von Privatkapital für nachhaltige Zwecke. Dennoch habe ich die Branche als eher konservativ und die Produkt- oder Prozessentwicklungen als nicht wirklich innovativ wahrgenommen. Da bringt Fintech seit einiger Zeit neuen Wind rein. Ich empfehle insbesondere den Blick nach Asien, da wird noch mehr Fintech-Innovation betrieben (und nicht nur existierende Prozesse digitalisiert).“

Welches Buch hat Dich zuletzt so beeindruckt, dass Du es einer Freundin weiterempfehlen würdest?
Nina: „Kurz wollte ich ein Buch über Demenz empfehlen, aber das ist vielleicht zu trist. Also etwas Unterhaltsames: Min Jin Lee’s Pachinko! Eine koreanisch-japanische Familiengeschichte über fast zwei Jahrhunderte hinweg mit Liebe, Kriminalität, Krieg, Stadt-Land-Gegensätzen, Geschwister- und andere Beziehungen, von totaler Armut zu totalem Reichtum und zurück, und alles verwebt mit der Mafia. Ein großer Spaß!“

Vielen Dank für Deine Inspiration und Deine wertvollen Tipps, liebe Nina!