5 Fragen an… Dr. Anna L. Izzo-Wagner

Und weiter geht es mit unserer neuen Interview-Reihe. Heute stellen wir euch mit Dr. Anna L. Izzo-Wagner wieder eine inspirierende Fintech Lady vor. Anna ist Partnerin im Bereich Banking and Investment Regulatory bei Taylor Wessing.

©Anna L. Izzo-Wagner

Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Anna: „Verlasse die Comfort Zone, streife Unsicherheiten ab und netzwerke. Alternativ könnte es auch heißen: Netzwerke, netzwerke mehr und netzwerke direkt. Grundsätzlich bin ich kein Fan dessen, zum Zwecke der Karriere männliche Verhaltensmuster schlicht zu kopieren. Beim Thema Netzwerken mache ich jedoch klar eine Ausnahme. Männer netzwerken in der Regel direkt und offen und damit höchst effizient.“

Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Anna: „Das hat verschiedene Gründe: Ganz zuvorderst bietet es mir als anwaltlichen Berater ganz viele neue Facetten im Berufsalltag – sowohl rechtlicher Art als auch im Hinblick auf meine Mandanten. Eine ermüdende Routine ist damit nahezu ausgeschlossen.

Zum anderen empfinde ich es gerade für Deutschland als extrem bereichernd. Deutschland hängt der Ruf nach, gerade in Sachen Finanztechnologie anderen Ländern hinter zu hinken. Gerne wird auch über den „ängstlichen“ deutschen Kunden berichtet. Doch gerade die letzten Jahre haben meines Erachtens wahnsinnig viel Bewegung reingebracht. Sei es im Mandantenkontakt oder auf internationalen Veranstaltungen: die Resonanz von ausländischen Market Playern zum deutschen Fintech-Markt ist extrem positiv!

Und schließlich fasziniert mich einfach die ganze „Vitalität“ in der Branche – das ist definitiv etwas, was ich aus der traditionellen Banken- und Finanzdienstleistungswelt so nicht kenne.“

Was machen Frauen im Berufsleben anders als Männer?
Anna: „Im positiven Sinne (und in gewisser Weise bedient das natürlich ein Klischee): Frauen wirken sowohl im Team als auch in einem Projekt sowie in der fortlaufenden Mandantenpflege „integrativ“. Das wirkt vertrauensstiftend, aber vor allem stabilisierend und fängt Unstimmigkeiten frühzeitig ein. Im negativen Sinne: Frauen netzwerken weniger, weniger direkt und damit weniger effizient.

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Anna: „Ich schwanke zwischen den Anzugshosen und Blazern ohne Hosentaschen und dem Risiko, dass man als Frau auf Veranstaltungen nach wie vor Gefahr läuft, um Kaffee gebeten zu werden.

Spaß beiseite: Der jüngste Generationenwechsel hat enorme Veränderungen mit sich gebracht – meine Generation und jüngere Kollegen lösen sich zunehmend vom Geschlechterdenken und Kompetenz wird mehr und mehr zum vorrangig entscheidenden Faktor. Den älteren Generationen fällt das weiterhin schwer. Aber das hat ggf. auch etwas damit zu tun, dass man hier in alt etablierte Netzwerke eindringt, welche traditionell männlich geprägt sind.“

Und die letzte Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Anna: „Meine großartige vierjährige Tochter und mein Mann, das Laufen, die Natur, die Erkundung neuer Regionen und der Austausch mit meinen Freunden – idealerweise sind alle genannten Personen und Aspekte in einer Aktivität miteinander verbunden :-)“

Danke, liebe Anna, dass Du Deine Ansichten mit uns geteilt hast!

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