Payment-Anbieter RatePAY: Interview mit Julia Tschawdarow

Schon mal online in Raten gezahlt? Und das mit nur einem Klick? Falls ja, dann könnte das mit einer großen Wahrscheinlichkeit über RatePAY erfolgt sein. Das Berliner Unternehmen wurde 2009 gegründet und bietet Onlinehändlern Payment-Lösungen für Ratenzahlung, Rechnungskauf, Lastschriftverfahren oder Vorkasse an. Dabei übernimmt RatePAY die komplette Abwicklung und das Ausfallrisiko.

Wir konnten mit Julia Tschawdarow, Head of Marketing & PR, bei RatePAY sprechen.

Payment ist vielseitig

Julia hat uns erzählt, dass es in ihrem Job nie langweilig wird.  Zusammen mit ihrem Team ist sie für die komplette Außen-Kommunikation und das Branding des Online-Payment Anbieters verantwortlich. Da kann man sich vorstellen, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Zum daily business gehören zahlreiche Aufgaben: Presseanfragen beantworten, Geschichten schreiben, Veranstaltungen planen, Strategien und Konzepte entwerfen, Social Media steuern, interne Kommunikation vorantreiben und noch so viel mehr. Trotzdem hat sich Julia die Zeit genommen und unsere fünf Fragen beantwortet.

Julia vom Payment-Anbieter RatePAY
Julia vom Payment-Anbieter RatePAY

Interview

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Julia: „Also ich finde selbstverständlich das Thema Online-Payment am Spannendsten 🙂 Für einen Kommunikatoren wie mich ist das Thema erst mal eine harte Nuss. Es interessiert nämlich im Grunde genommen niemanden.

Wer bezahlt schon gerne? Umso wichtiger und daher auch spannender ist es für mich, Content und Geschichten rund um das Thema Payment zu schaffen, die relevant und interessant sind. Warum brauchen wir gute und einfache Bezahlmethoden? Oder eine 1a Risikoprüfung? Hinter dem Thema Payment stecken hochkomplexe Prozesse. Die in einfache Botschaften zu übersetzen, egal ob für Endkunden oder Händler, ist eine Aufgabe, die mich nie langweilen wird.“

FTL: Wo sammelst Du Inspirationen?
Julia: „Inspiration hole ich mir aus ganz vielen Ecken. Ich gehe gerne zu Netzwerk-Treffen, wo ich schon viele spannende Leute getroffen habe. Auch ganz viele tolle Frauen, die im Finanz- oder Tech-Bereich arbeiten und da die Zukunft mitgestalten. Das ist extrem inspirierend. Aber auch bei anderen Branchen-Events hole ich mir viel Input. Gerade hier in Berlin ist so unheimlich viel los, da ist es fast schwieriger, nicht inspiriert zu werden.

Auch in ruhigen Moment lasse ich mich inspirieren, zum Beispiel am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen oder an einem der vielen Seen im Berliner Umland. Und zu guter Letzt liebe ich Pinterest und könnte da stundenlang in den Ideen anderer Leute abtauchen.“

FTL: Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Julia: „Fintech-Kommunikation ist nicht 08/15. Ich bin als Botschafter gleich in mehreren Missionen unterwegs: Was machen wir bei RatePAY? Was ist eigentlich Fintech? Welche Chancen bieten sich für Frauen in der Fintech-Branche (unendlich viele!)? Was macht Künstliche Intelligenz und Machine Learning mit unseren Finanzen?

Meine Arbeit richtet sich sowohl an Onlineshopper als auch an Händler, an Investoren, Partner und Kollegen… Leider ist es immer noch schwierig, neue Mitarbeiter zu finden, viele Studenten wollen lieber zu bekannten Consumer Brands und sehen dabei die Chancen nicht, die sich in einem hochdynamischen Wachstumsmarkt wie unserem ergeben. Bei uns gibt es für neue Talente viel mehr Gestaltungsräume und Experimentiermöglichkeiten als bei den großen Unternehmen, wo oft schon alles genau durchgeplant ist.“

FTL: Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Julia: „Die größte Herausforderung ist gleichzeitig auch das Tolle an meinem Job: Die ganze Branche, die ganzen digitalen Dienstleistungen in unserem Bereich ändern sich permanent. Heute ist nichts so, wie es gestern war. Jetzt gerade gibt das Thema künstliche Intelligenz der Branche wieder einen riesen Anschub. Darauf in der Kommunikation immer wieder neu Bezug zu nehmen, ist eine Herausforderung.

Im Gegensatz zu anderen Branchen kann man bei uns nicht einfach ein Konzept aus der Schublade ziehen, was vor 18 Monaten schon mal ganz nützlich war. Wenn man nicht auch privat ein Grundinteresse an digitalen und technologischen Themen hat, ist es glaube ich schwer, am Ball zu bleiben.“

FTL: Und Julia, was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Julia: „Ich liebe Gin Tonic 🙂 Abgesehen davon fahre ich viel durch die Gegend oder entspanne am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen. Ich achte darauf, dass ich dann wirklich ganz raus bin. Denn um kreative Jobs wie meinen gut machen zu können, ist es wichtig, sich immer mal komplett rauszunehmen und was ganz anderes zu machen. Nicht nebenher noch zehn E-Mails beantworten oder die latest News der Fintech-Welt googeln.

Um abzuschalten, eignet sich auch ein intensives Hobby sehr gut. Bei mir ist das Westernreiten. Das kann ich nur gut machen, wenn ich hundertprozentig bei der Sache bin. Aber auch andere kreative Tätigkeiten (Heimwerken, Handarbeit), die ganz andere Hirnareale beanspruchen, helfen mir, richtig runterzukommen und dann wieder mit neuer Energie und neuen Perspektiven an die Arbeit zu gehen.“

Danke liebe Julia! Das sind spannende Einblicke, die wir da von Dir erfahren haben. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!