Berliner Compliance Lunch

Am 17. Mai 2018 fand in Berlin der erste Compliance Lunch statt. Mit dabei waren Fintech Ladies aus StartUps, Unternehmensberatungen und Venture Capital Fonds. Gedacht als informeller Austausch in lockerer Runde, kam das Gespräch schnell auf die verschiedensten regulatorischen Themen. Am meisten beschäftigte alle Teilnehmerinnen dabei die aktuelle Datenschutzgrundverordnung, die in den nächsten Tagen in Kraft tritt.

Der Compliance Lunch richtet sich sowohl an erfahrene Fintech Ladies, als auch an die, sich gerade erst beginnen, sich mit dem Thema Compliance zu beschäftigen. Wir treffen uns ab sofort einmal im Monat. Alle Informationen dazu erhaltet Ihr in unserem Newsletter. Wir freuen uns, wenn Ihr das nächste Mal dabei seid!

moinBlockchain Konferenz

Am 09. und 10. März  2018 haben wir eine Fintech Lady auf die moinBlockchain Konferenz vom gemeinnützigen Verein moinworld e.V. geschickt. Als Dankeschön für das verloste Freiticket erzählt uns die Gewinnerin Nina Young hier von ihren Eindrücken:

 

Im März durfte ich dank der Fintech Ladies die moinBlockchain Konferenz im Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung in Hamburg besuchen. Ich habe viel gelernt – und wie man sieht, ein wenig gebraucht, um das Gelernte zu verarbeiten. Unter dem Motto „Diversity meets Tech Innovation“ habe ich mit vielen anderen zusammen zu den Themen Blockchain, Fintechs, Wirtschaft und Kryptowährungen sowie Diversity und Zukunftsgestaltung diskutiert. Hier einige Eindrücke:

Am ersten Tag der Konferenz wurden alle TeilnehmerInnen mit einem Vortrag zur Geschichte des Geldes abgeholt: Während sich die Menschen früher auf Muscheln, Steine, Metalle, Salz und Reis als Tauschmittel geeinigt hatten, hat sich Papier u.a. auf Grund seiner Leichtigkeit bald durchgesetzt. Seit den 1930er Jahren haben viele Länder die Bindung an den Goldstandard wieder abgeschafft. Auf der Konferenz wurde argumentiert, dass Geld etwas rein Psychisches ist, eine Vereinbarung, ein Konsens. Unter diesem Hintergrund müssen wir uns überlegen, wie wir die Denkweise von Menschen in Bezug auf Blockchain ändern können. Das ist eine der Herausforderungen unserer Gegenwart.

Was hat Bitcoin mit Blockchain zu tun?

Aber warum sprechen wir überhaupt über die Geschichte des Geldes, wenn es auf der Konferenz um Blockchain geht? Ein sich als „Satoshi Nakamoto“ ausgebender Mensch hat vor einem Jahrzehnt zum ersten Mal Bitcoins basierend auf der Blockchain beschrieben. Bitcoin wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Kryptowährung oder digitale Währung bezeichnet, also Geld. Laut Vortragender ist Saoshi vor der Entwicklung von Bitcoin und somit Blockchain das Double Spending Problem angegangen – die Gefahr, eine Online-Geldtransaktion zu verfälschen und banal gesprochen dasselbe Geldstück zweimal auszugeben.

Vortrag über das Double-Spending Problem ©Nina Young

 Einige Vorteile der Blockchain-Technologie

  • Validierung: Transaktion muss durch Dritten (MinerIn) geprüft und bestätigt werden
  • Legitimation: Alle Transaktionen und Mitwirkenden sind aufgelistet (eine Aufgabe, die bisher beispielsweise Banken innehaben) und können somit nachgewiesen werden
  • Incentives: Blockchain bietet verschiedene Anreize, um mitzumachen, bei Bitcoin beispielsweise im Code enthalten
  • Demokratisierung: Zumindest in der Theorie kann jeder mitmachen. In der Praxis gibt es jetzt schon professionalisierte Mining-Farmen, sodass der Einstieg schwer bis nahezu unmöglich ist
  • Dezentral: Daten sind nicht an einem Ort, sondern an vielen gespeichert, was Fälschungen schwierig macht
  • Open Source: Der Code kann eingesehen und für eigene Zwecke verwendet werden
  • Geschwindigkeit: Geldtransfer – vor allem global – ist teuer und kann Tage dauern, Blockchain funktioniert in Realtime

Einige Praxisbeispiele mit der Blockchain-Technologie im Einsatz

  • Nachweis von Identität (beispielsweise Geburtsurkunde) und Eigentum wie beispielsweise Landbesitz
  • Mode: Verstehen, wo ein Kleidungsstück herkommt. Zum Beispiel setzt Martine Jarlgaard diese Methode ein.
  • Miete: Das Unternehmen DOMA bietet seinen Nutzern Wohneinheiten zu einem monatlichen Preis an, der im Laufe der Zeit abnimmt. Die Veträge basieren auf Blockchain-Technologie (Smart Contracts).
  • CarPass: Ein Datenausweis für Autos. Er zeigt, wann das Auto hergestellt wurde, wer das Auto gefahren ist, wo es war, wie es behandelt worden ist. Hier bietet Blockchain beispielsweise Vorteile für Flottenmanagement-Anbieter, Logistikunternehmen sowie Werkstätte.
  • Health Tech: In Notfällen, zum Beispiel eine Naturkatastrohe, gehen wichtige medizinische Daten verloren. Und: Krankenhäuser brauchen bis zu 90 Tage, bis sie ihr Geld von Versicherungen zurückbekommen. Beide Probleme können durch Blockchain gelöst werden.
  • Sharing Economy: Menschen teilen sich Ressourcen. Um Identitäten festzustellen, NutzerInnen zu autorisieren und Zahlungsabwicklungen zu verfolgen, wird die Blockchain-Technologie eingesetzt.

Einblick in einen weiteren Vortrag: Was machen eigentlich ein/e MinerIn und wer bezahlt ihn/sie?

Beim Mining-Vorgang wird ein Block innerhalb einer Blockchain erzeugt. Um zum Zug zu kommen, muss ein/e MinerIn ein mathematisches Rätsel lösen. Wer als Erstes die Lösung hat, wird als MinerIn dieses Blocks akzeptiert. Der/die MinerIn erhält für die Arbeit ein Honorar in Form von Kryptowährung (Bitcoin). Das sind derzeit 12,5 Bitcoins pro bestätigter Transaktion. Dies ist im Blockchain-Code so festgehalten.

Mining farming ©Nina Young

Ein Blick in die Zukunft

Ein großes Thema auf der Konferenz war das Thema “Skalierbarkeit”. Derzeit finden zehn Bitcoin-Transaktionen pro Minute statt. IBM gibt an, 3.500 pro Minute zu schaffen. Eine Zahl, über die einige Banker sicher müde lächeln. Bisher reicht die Anzahl der Transaktionen pro Minute nicht aus, um Bitcoin für Banken attraktiv zu machen. Daneben gibt es noch viele weitere Zukunftsthemen – oder besser: Zukunftsfragen – Wie sicher ist das System? Wie geht man mit Splittergruppen innerhalb einer Kyptowährung um? Wie stark hängen das Darknet, „das Böse“ und die Blockchain-Technologie zusammen? Sollten wirklich alle Transaktionen öffentlich einsehbar sein oder brauchen wir private Blockchain-Transaktionen?

Zusammengefasst war die Moinblockchain-Konferenz ein sehr gelungenes Event. Die eingeladenen Unternehmen und SprecherInnen waren vielfältig und divers, der Austausch rege. Die Schlussrede lässt darauf schließen, dass die Konferenz in die nächste Runde geht.

Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei den Fintech Ladies bedanken, die mir den Konferenzbesuch ermöglicht haben!  Nina Young, Programme Manager bei Hotwire

Folgt Nina auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ninayoung/