Payment-Anbieter RatePAY: Interview mit Julia Tschawdarow

Schon mal online in Raten gezahlt? Und das mit nur einem Klick? Falls ja, dann könnte das mit einer großen Wahrscheinlichkeit über RatePAY erfolgt sein. Das Berliner Unternehmen wurde 2009 gegründet und bietet Onlinehändlern Payment-Lösungen für Ratenzahlung, Rechnungskauf, Lastschriftverfahren oder Vorkasse an. Dabei übernimmt RatePAY die komplette Abwicklung und das Ausfallrisiko.

Wir konnten mit Julia Tschawdarow, Head of Marketing & PR, bei RatePAY sprechen.

Payment ist vielseitig

Julia hat uns erzählt, dass es in ihrem Job nie langweilig wird.  Zusammen mit ihrem Team ist sie für die komplette Außen-Kommunikation und das Branding des Online-Payment Anbieters verantwortlich. Da kann man sich vorstellen, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Zum daily business gehören zahlreiche Aufgaben: Presseanfragen beantworten, Geschichten schreiben, Veranstaltungen planen, Strategien und Konzepte entwerfen, Social Media steuern, interne Kommunikation vorantreiben und noch so viel mehr. Trotzdem hat sich Julia die Zeit genommen und unsere fünf Fragen beantwortet.

Julia vom Payment-Anbieter RatePAY
Julia vom Payment-Anbieter RatePAY

Interview

FTL: Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Julia: „Also ich finde selbstverständlich das Thema Online-Payment am Spannendsten 🙂 Für einen Kommunikatoren wie mich ist das Thema erst mal eine harte Nuss. Es interessiert nämlich im Grunde genommen niemanden.

Wer bezahlt schon gerne? Umso wichtiger und daher auch spannender ist es für mich, Content und Geschichten rund um das Thema Payment zu schaffen, die relevant und interessant sind. Warum brauchen wir gute und einfache Bezahlmethoden? Oder eine 1a Risikoprüfung? Hinter dem Thema Payment stecken hochkomplexe Prozesse. Die in einfache Botschaften zu übersetzen, egal ob für Endkunden oder Händler, ist eine Aufgabe, die mich nie langweilen wird.“

FTL: Wo sammelst Du Inspirationen?
Julia: „Inspiration hole ich mir aus ganz vielen Ecken. Ich gehe gerne zu Netzwerk-Treffen, wo ich schon viele spannende Leute getroffen habe. Auch ganz viele tolle Frauen, die im Finanz- oder Tech-Bereich arbeiten und da die Zukunft mitgestalten. Das ist extrem inspirierend. Aber auch bei anderen Branchen-Events hole ich mir viel Input. Gerade hier in Berlin ist so unheimlich viel los, da ist es fast schwieriger, nicht inspiriert zu werden.

Auch in ruhigen Moment lasse ich mich inspirieren, zum Beispiel am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen oder an einem der vielen Seen im Berliner Umland. Und zu guter Letzt liebe ich Pinterest und könnte da stundenlang in den Ideen anderer Leute abtauchen.“

FTL: Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Julia: „Fintech-Kommunikation ist nicht 08/15. Ich bin als Botschafter gleich in mehreren Missionen unterwegs: Was machen wir bei RatePAY? Was ist eigentlich Fintech? Welche Chancen bieten sich für Frauen in der Fintech-Branche (unendlich viele!)? Was macht Künstliche Intelligenz und Machine Learning mit unseren Finanzen?

Meine Arbeit richtet sich sowohl an Onlineshopper als auch an Händler, an Investoren, Partner und Kollegen… Leider ist es immer noch schwierig, neue Mitarbeiter zu finden, viele Studenten wollen lieber zu bekannten Consumer Brands und sehen dabei die Chancen nicht, die sich in einem hochdynamischen Wachstumsmarkt wie unserem ergeben. Bei uns gibt es für neue Talente viel mehr Gestaltungsräume und Experimentiermöglichkeiten als bei den großen Unternehmen, wo oft schon alles genau durchgeplant ist.“

FTL: Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Julia: „Die größte Herausforderung ist gleichzeitig auch das Tolle an meinem Job: Die ganze Branche, die ganzen digitalen Dienstleistungen in unserem Bereich ändern sich permanent. Heute ist nichts so, wie es gestern war. Jetzt gerade gibt das Thema künstliche Intelligenz der Branche wieder einen riesen Anschub. Darauf in der Kommunikation immer wieder neu Bezug zu nehmen, ist eine Herausforderung.

Im Gegensatz zu anderen Branchen kann man bei uns nicht einfach ein Konzept aus der Schublade ziehen, was vor 18 Monaten schon mal ganz nützlich war. Wenn man nicht auch privat ein Grundinteresse an digitalen und technologischen Themen hat, ist es glaube ich schwer, am Ball zu bleiben.“

FTL: Und Julia, was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Julia: „Ich liebe Gin Tonic 🙂 Abgesehen davon fahre ich viel durch die Gegend oder entspanne am Meer auf meiner Heimatinsel Rügen. Ich achte darauf, dass ich dann wirklich ganz raus bin. Denn um kreative Jobs wie meinen gut machen zu können, ist es wichtig, sich immer mal komplett rauszunehmen und was ganz anderes zu machen. Nicht nebenher noch zehn E-Mails beantworten oder die latest News der Fintech-Welt googeln.

Um abzuschalten, eignet sich auch ein intensives Hobby sehr gut. Bei mir ist das Westernreiten. Das kann ich nur gut machen, wenn ich hundertprozentig bei der Sache bin. Aber auch andere kreative Tätigkeiten (Heimwerken, Handarbeit), die ganz andere Hirnareale beanspruchen, helfen mir, richtig runterzukommen und dann wieder mit neuer Energie und neuen Perspektiven an die Arbeit zu gehen.“

Danke liebe Julia! Das sind spannende Einblicke, die wir da von Dir erfahren haben. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

5 Fragen an… Jessica Holzbach von Penta – Banking 2.0

Liebe Fintech Ladies! Freut euch auf ein neues Interview mit Jessica Holzbach. Sie ist Co-Founder & Customer Relations bei Penta, einem Unternehmen für neues, digitales Banking.

Das Unternehmen ist ein Fintech mit Hauptsitz in Berlin. Penta hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschäftsbanking für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Startups zu revolutionieren. Warum? Weil die drei Gründer gefrustet von den verfügbaren Banking-Angeboten waren. Ihren Erfahrungen nach waren die Banken langsam und ineffizient. Zudem hatten sie komplexe Online-Banking-Benutzeroberflächen und boten schlechten Kundenservice. Innovationen und ein offenes Ohr für den Kunden weit gefehlt.  So beschlossen sie, es mit ihrem eigenen Unternehmen Penta besser zu machen.

FTLDeepDive

Wir haben Jessica Holzbach und ihr Unternehmen kürzlich im Rahmen unserer beliebten FTL DeepDive Reihe in Berlin besucht. Zeit genug für ein knackiges Interview. Jessica hat uns erzählt, das als Gründer kein Tag dem anderen ähnelt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Customer Relations Team aufzubauen. Außerdem arbeitet sie daran, die passende IT Infrastruktur bereitzustellen und Feedback-Zyklen zu integrieren. Ein weiteres wichtiges Thema, welches sie begleitet, ist der Bereich Operations. Doch nun mehr zu Jessica in unserem Interview.

Interview

FTL: Warum ist es so wichtig, dass es in der Fintech-Branche Frauen generell und Frauen in Führungspositionen gibt?
Jessica: „Das ist meiner Meinung ganz einfach und logisch: Intelligenz, Talent und Fähigkeiten sind gleichverteilt auf beide Geschlechter. Würden wir uns nur auf Startups von männlichen Gründern beschränken, würden wir 50% des Potentials ausschließen. Ich denke, in diesen “weiblichen 50%” steckt noch so viel Potential, welches die gesamte Branche revolutionieren kann – weit langfristiger und struktureller als aktuellen Trends wie z.B.  AI oder Big Data.“

FTL: Auf welche Fintechs werden wir in Zukunft nicht verzichten können?
Jessica: „Penta. Monzo. Adyen.“

FTL: Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Jessica:  „Ich habe folgende Tipps für euch:

  1. Einfach machen, nicht alles bis zur 100%igen Perfektion vorher durchdenken und planen.
  2. Mutig sein und auch das Risiko eingehen, einen Fehler zu machen. Nur dadurch lernt man.
  3. In sich selbst und die eignen Fähigkeiten vertrauen. Wenn man mal etwas nicht weiß, kann man immer noch um Hilfe bitten.“

FTL: Was war der hilfreichste Ratschlag für dich in deiner Gründungsphase?
Jessica: „Be bold. Just do it. Do things that don’t scale. Always question the status quo. Don’t take no for an answer.“

FTL: Und jetzt kommen wir noch zu einer unserer beliebtesten Fragen: Welches Buch hat Dich zuletzt so beeindruckt, dass Du es einer Freundin weiterempfehlen würdest?
Jessica: „Da gibt es eine Menge. Angefangen bei ShoeDog von Nike Gründer Phil Knight, über Atlas Shrugged von Ayn Rand hin zu Siddharta von Hermann Hesse.“

Vielen Dank für das Interview und Deine Zeit, Jessica.

Ihr möchtet noch mehr von Jessica erfahren oder euch mit ihr vernetzen? Dann kontaktiert sie doch persönlich über LinkedIn.

FTL DeepDive bei Penta in Berlin

Nie wieder mittelmäßiges Banking – so lautet das Credo des Berliner Fintechs Penta. Selbiges lud die Fintech Ladies am 15. August 2018 zu einem DeepDive ein. Penta bietet Geschäftsbanking für KMUs und stellte den Teilnehmerinnen den Weg von der Idee zum Produkt vor. Dabei geht es Penta vor allem um Einfachheit, Kundenorientierung, Sicherheit, Schnelligkeit und Transparenz. Besonders das umfassende Einbeziehen des Kundenfeedbacks zeichnet Pentas Herangehensweise an die Weiterentwicklung des Produktes aus. Dies weckte das Interesse der Teilnehmerinnen und erzeugte spannende Diskussionen.

 

Vielen Dank an Jessica Holzbach und ihre Kolleginnen für den tollen Abend und den spannenden Einblick in die Welt von Penta. Wir kommen gerne wieder 🙂

5 Fragen an… Stella Regna von Figo

Stella Regna, bekannt auch als die PR-Frau hinter figo, hat im Job-Alltag so einiges zu tun: Presseanfragen und Interviews beantworten, Speakerslots für ihre Kollegen auf wichtigen Branchen-Events organisieren oder eigene Events wie aktuell den Bankathon vorbereiten. Trotzdem hat sie es sich nehmen und sich von uns interviewen lassen und darüber freuen wir uns sehr.

Stella Regna ©Foto by Sarah Eick

Doch nun erst einmal kurz zu figo. Der B2B-Anbieter ermöglicht Dritten durch die Einbindung der figo-Technologie den Zugang zu diversen Finanzquellen, wie Bankkonten, Kreditkarten, Depots, Zahlungsmethoden, Fintechs und mehr. figo hat sich seit der Gründung immer mehr zum Bank-Dienstleister etabliert.

Stella, warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Stella: „Vor etwas mehr als drei Jahren habe ich diesen Begriff das erste Mal gehört. Die Fragezeichen standen in meinem Gesicht. Auch die unzähligen Abkürzungen wie API, SaaS, PSD2, XS2A oder 2FA brachten für den Moment nicht unbedingt Licht ins Dunkel. Und trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, hat es mir in den Fingern gejuckt, mich in erster Linie mit figo als Unternehmen und natürlich damit einhergehend mit der Branche zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich tatsächlich das erste Mal damit auseinandergesetzt, dass nicht nur meine Bank Anlaufstelle in puncto Banking sein muss. Nicht, dass ich großartig Interesse daran gehabt hätte, mich mit der Bank “meines Vertrauens” bzw. mit der Bank, bei der ich einfach seit meinem 19. Lebensjahr ein Konto habe, und deren Produkten zu beschäftigen. Je länger ich bei figo gearbeitet habe, desto mehr ist mir bewusst geworden, woran ich eigentlich gerade teilhaben darf. Es entstand gerade eine neue Branche. Auch jetzt sind wir alle, die in diesem Bereich tätig sind, hautnah dabei, wie sich ein neuer Wirtschaftszweig etabliert – mit allen Höhen und Tiefen. Es kommen immer wieder Ideen, Produkte und Player auf den Markt, die einem sofort das “Wow” entlocken. Und natürlich gibt es auch diejenigen, bei denen man sich denkt: “Joa, gut, es gibt zwar schon unzählige P2P-Payment Services, aber Deins ist bestimmt noch ein bisschen besser”.

In der Summe ist es aufregend, in diesem Bereich zu arbeiten. Mittlerweile ist die Branche ja auch nicht mehr einfach nur neu, sondern hat erste Entwicklungen und Veränderungen durchgemacht. Waren die Fintech-Unternehmen zu Beginn der medial erklärte Feind der Banken, geht es jetzt um Kooperationen und Symbiosen. Es geht um den Mehrwert, den Fintech-Unternehmen und Banken Kunden gemeinsam bieten können. Der PSD2 sei Dank agieren wir Fintech-Unternehmen mittlerweile auch nicht mehr in angreifbaren rechtlichen Grauzonen, sondern sind legitimierte Marktteilnehmer.

Was machen Frauen aus Deiner Sicht im Berufsleben anders als Männer?
Stella: „Ich bin davon überzeugt, dass viele Frauen neben ihrer fachlichen Qualifikation, Intuition mitbringen. Oder anders: Frauen haben ein Gespür für verschiedene Situationen, für Interaktionen zwischen Kollegen oder für Stimmungen in Kundengesprächen beispielsweise. Ich will nicht sagen, dass Männer gar nicht über emotionale Intelligenz verfügen – bloß in einer anderen Ausprägung.

Was Frauen auch anders, oder einfach mal nicht so gut machen: intensiv netzwerken, einander pushen oder sich gegenseitig empfehlen. Ja, böse Zungen können an der Stelle sagen, dass wir männliche Verhaltensweisen nicht übernehmen sollten, und doch sieht die Realität im Moment noch anders aus. Wir müssen einander viel mehr unterstützen und ineinander Vorbilder sehen, wofür wir natürlich auch einfach mal viel mehr Frauen in der Branche und in Führungspositionen brauchen!

Ist das auch einer der Gründe, warum Dir unser Fintech Ladies Netzwerk gefällt?
Stella: „Ich hatte eigentlich immer Vorurteile, wenn es um das Thema Frauennetzwerke ging. Erfahrungen mit solchen Communities waren geprägt von einem gemeinsamen Lamentieren und gegenseitigen Bemitleiden, das Netzwerken als solches ist oft in den Hintergrund gerückt. Die Fintech Ladies haben mich da aber schnell eines Besseren belehrt. In unserem Netzwerk gibt es so viele unglaublich tolle Frauen, die was zu sagen haben, die Meinungen vertreten und ihren Job mit Leidenschaft und Engagement machen. Ich gehe gern zu den FTL DeepDives in Hamburg, um mittlerweile bekannte Gesichter regelmäßig wiederzusehen oder eben um neue Menschen in der Fintech-Welt kennen zu lernen!“

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Stella: „Unabhängig von der Branche ist meine größte permanente Herausforderung, dass im Kontext PR viele Menschen der Meinung sind, mitreden zu können oder es einfach besser zu wissen. PRler arbeiten nicht mit außergewöhnlichen Programmiersprachen oder komplexen mathematischen Formeln. Es geht unter anderem um das Beherrschen von Sprache, um Formulierungen, um Redegewandtheit, um das Spielen mit Worten, um das Schaffen von klaren Aussagen, um Diplomatie und manchmal auch um die Organisation des perfekten Events. So wie nicht jeder ein genialer Chemiker sein kann, muss auch nicht jeder in der Lage sein können, den Job eines PR-Managers zu machen.

Und unsere letzte Frage: Wo sammelst Du Inspirationen?
Stella: „Tatsächlich passiert es mir eher selten, dass Menschen mich wirklich faszinieren, nachhaltig beeindrucken und mich somit inspirieren. Sind mir solche Unikate erst einmal über den Weg gelaufen, schätze ich den persönlichen Austausch, hole mir gerne Rat ein und diskutiere Themen aus. Hier bei figo gibt es ein paar dieser speziellen Menschen: Die Zusammenarbeit mit André (Anmerkung der Redaktion: André M. Bajorat, CEO von figo) spornt an und lässt einen über sich hinaus wachsen. Bianca (Anmerkung der Redaktion: Biana Steinke, Head of Technical Services bei figo) besticht durch Direktheit. Cornelia inspiriert durch Cleverness und Eloquenz (Anmerkung der Redaktion: Cornelia Schwertner, figo’s Head of Regulation) . Und Lars ist “schuld” daran, dass ich mich in der Branche zurechtgefunden und sie lieben gelernt habe (Anmerkung der Redaktion: Lars Markull, API  Evangelist bei figo). Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, ob die private Stella oder der Business-Mensch in mir Inspiration braucht.

Natürlich höre ich einschlägige Podcasts, lese zynische Newsletter und abonniere branchenrelevante Rundschreiben. Gleichzeitig ist der Kontakt zur Welt vor figo wichtig. Ich komme aus dem klassischen PR-Umfeld, zu dem ich noch enge Verbindungen habe, damit Kommunikationstrends nicht an mir vorbeiziehen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass mich Cleverness, Selbstreflektion, Bodenständigkeit, Eloquenz und eine angenehme Stimme (ein Insider für meine lieben Kollegen ;-)) inspirieren.

Herzlichen Dank, liebe Stella, für Deinen Input und dass Du Deine Gedanken mit uns geteilt hast. 

15% Frauenanteil in Start-ups bei fast 30% Gründerinnen – Female Founders Monitor verspricht Aufwärtstrend

Start-ups sind der Mittelstand von morgen – und sie haben das Zeug, Global Player von übermorgen zu sein. So lautet es im Vorwort der kürzlich veröffentlichten Studie Female Founders Monitor (kurz FFM). 

Die Macher der Studie haben sich 1.800 Start-Ups angeschaut und festgestellt: Die Frau von heute entdeckt das Gründen für sich. Alleine bei den befragten Unternehmen sind ein Viertel davon mit Frauen im Gründungsteam besetzt und 145 Unternehmen wurden ausschließlich von Frauen gegründet. Der Female Founders Monitor 2018 möchte aber noch mehr Frauen ermutigen, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. #starkefrauenstarkewirtschaft

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie sind folgende Punkte:

  • Der Anteil von Frauen in Start-ups hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht und liegt heute bei 14,6 %. In 28% der untersuchten Start-ups sind Frauen als Gründerinnen oder Mitgründerinnen vertreten. Dabei liegt die Größe der weiblichen Entrepreneur-Teams im Durchschnitt bei 1,3 Personen (bei männlichen Teams sind es 2,2 Personen)
  • Gründerinnen nehmen die Dinge selbst in die Hand: Sie gründen häufig allein und kommen ohne große externe Kapitalaufnahmen aus.
  • Gründerinnen wollen mit ihren Start-ups vor allem eins: schnell profitabel und damit von anderen unabhängig sein.

Ferner stellt der Report 10 interessante Thesen auf, die wir euch gerne vorstellen möchten.

  1. Frauen gründen häufiger alleine und zum ersten Mal.
  2. Gründerinnen haben häufiger einen Hintergrund in sozialen und kreativen Fächern, jedoch seltener in MINT-Fächern
  3. Gründerinnen priorisieren die Profitabilität, Gründer das Unternehmenswachstum
  4. Gründerinnen planen weniger häufig mit externen Kapitalaufnahmen und finanzieren sich seltener durch Business-Angels oder Venture Capital.
  5. Frauen gründen häufiger im Bereich E-Commerce oder Bildung, Männer häufiger im IT- oder Software-Bereich
  6. Gründerinnen bewerten die Innovativität ihres Start-ups zurückhaltender als Gründer.
  7. Gründerinnen schätzen den Einfluss der Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell geringer ein.
  8. Gründerinnen priorisieren Marketing-Kooperationen, Gründer streben F&E-Kooperationen an.
  9. Im Falle des Scheiterns würden Frauen im Vergleich zu Männern seltener ein weiteres Start-up gründen
  10. Gründerinnen setzen in ihrer Arbeit häufiger auf Koordination, Gründer auf Spezialisierung und in gemischten Teams zeigen sich teilweise positive Synergien.

Was denkt ihr zu den Thesen? Könnt ihr euch wiederfinden und habt ihr Tipps, die ihr mit uns teilen möchtet? Dann meldet euch hier mit einem Kommentar.

Übrigens: Auf Female Founders StartupSpot findet ihr eine Datenbank, in der alle deutschen Start-ups mit weiblichen Gründerinnen zu finden sind und wo man sich auch selber registrieren kann. Also, auf geht’s!

Fintech Ladies go Banking Club

Am 19.06. war unsere Berliner Fintech Lady Sara Amini beim Digital Transformation (#ditra18) des Banking Clubs dabei. Die Fintech Sessions nutze  Sara dazu, um unter dem Leitthema „Warum Banken und Fintechs die #Digitalisierung weiblicher denken müssen“ die Vision und Mission der Fintech Ladies zu präsentieren.

Dabei rief sie nicht nur dazu auf, Vorurteile abzubauen („Sprachen, Soziales, und irgendwas mit Mode sind eher was für Mädchen“; „Mädchen sind von Natur aus nicht so gut in Mathe“), sondern deckte auch die erschreckend niedrige Teilnahme von Frauen im Fintech auf.

Nur 8% der Vorstände in Fintechs weltweit sind von Frauen besetzt, davon sitzen in der EU nur 5% Frauen in der Managementetage von Fintechs.

Deutschland spielt dabei leider keine Vorbildrolle:  Nur 4% der Vorstände in den deutschen Fintechs sind von Frauen besetzt.

Die Antwort auf die Frage, warum die Finanzbranche die Digitalisierung weiblicher denken muss, beantwortete Sara mit dem Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung von Frauen. Mittlerweile werden ein Drittel aller privaten Vermögen ($200Mrd) weltweit von Frauen kontrolliert und es wird ein jährliches Wachstum von 8% vermerkt. Und in über 40% aller Haushalte bringen Frauen das Haupteinkommen heim.

In anderen Worten heißt das: Frauen werden reicher und somit auch zunehmend interessantes Klientel für Banken und Finanzdienstleistungen. Somit entsteht auch eine diversifizierte Nachfrage an Kundenbedürfnissen, die abgedeckt werden müssen. Die Fintech Branche braucht deshalb auch Diversität in den Teams, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sara Amini ©Foto by Banking Club

Um die anstehende Herausforderung anzugehen, hat Sara zwei klare Call-to-actions parat:

  • Das Chicken & Egg – Problem lösen: Die Fintech Branche als attraktiven Karriereweg für mehr Frauen aufzeigen, und bereits erfolgreichen Frauen eine Stimme/Bühne geben.
  • User-zentrierte Produkte im Fintech müssen von Frauen mitentwickelt werden, um auch einen Wissensvorsprung gemäß der weiblichen Nachfrage zu generieren.

 

5 Fragen an… Nina Roth

Nina Roth arbeitet mit Regulatoren und Banken in Schwellenländern zu nachhaltigen Finanzen. Ende 2017 hat Nina, zusammen mit zwei Partnerinnen aus der Schweiz, das Unternehmen InvestSustain gegründet, eine Transparenz- und Investitionsplattform für nachhaltige Finanzprodukte.  Ihre Zeit hier verbringt sie vor allem mit Business Plänen, Recherche und Analyse von Produkt- und Nachhaltigkeitsdaten, Wissensaufbau zum Tech-Hintergrund sowie strategischen Überlegungen zur Finanzierung und Niederlassung des Vorhabens.

Wir haben mit ihr gesprochen, wie sie das Fintech-Umfeld wahrnimmt und auch, wo sie Inspirationen sammelt und was sie in ihrer Freizeit macht. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Was ist aus Deiner Sicht einer der spannendsten Trends in der Fintech-Branche?
Nina: „Es gibt zahlreiche riesige gesellschaftliche Herausforderungen für die Fintech Lösungen anbieten kann und letztlich auch muss, wenn wir die Welt verbessern wollen. Hier gab es in den letzten ein-zwei Jahren mehr Dynamik. Dabei haben sich mehr und mehr Fintechs entwickelt, die neben ökonomischen Interessen auch soziale und ökologische Aspekte beachten. Sei es das Green Assets Wallet, das via Blockchain grüne Investitionen in Schwellenländern nachvollziehbarer machen will, die gender lense investing Plattform von Think Yellow, der geplante „Roboadvisor“ von 2°ii zur Beachtung von Klimaaspekten bei Investitionen, oder StarTalers, ein digitaler Finanzcoach für Frauen. In dem Zusammenhang kann ich auch das Diskussionspapier von – unter anderem – der Fair Finance Initiative zu „Roadmap to Conscious Fintech“ empfehlen.“

© Nina Roth

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Nina: „Es gibt zwei große Herausforderungen. Die erste ist die Entscheidung,  die Gründung voll durchzuziehen. Das hat kurzfristig finanzielle Konsequenzen, bringt Unsicherheit mit sich, aber natürlich auch den Spielraum und die Energie, die eine Gründung bedarf. Und die zweite große Herausforderung ist, dass Du anfangs entweder alleine oder in einem sehr kleinen Team agierst und alle Aufgaben bewältigen musst. Das erfordert ständige Neu-Priorisierungen und sehr viel Multi-Tasking. Das ist anstrengend, aber auch toll dynamisch. Bei beiden Herausforderungen kann umso mehr super-early-stage-funding helfen!“

Wo sammelst Du Inspirationen?
Nina: „Im Internet, auf Reisen und in Gesprächen mit Freund_innen.“

Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Nina: „Ich habe lange in der Finanzbranche gearbeitet und sie geschätzt als einen Ort, wo Mensch Veränderungen  erreichen kann. Beispielsweise im Risk Management durch strukturelle Änderungsanforderungen an Unternehmen vor der Kreditvergabe oder durch Mobilisierung von Privatkapital für nachhaltige Zwecke. Dennoch habe ich die Branche als eher konservativ und die Produkt- oder Prozessentwicklungen als nicht wirklich innovativ wahrgenommen. Da bringt Fintech seit einiger Zeit neuen Wind rein. Ich empfehle insbesondere den Blick nach Asien, da wird noch mehr Fintech-Innovation betrieben (und nicht nur existierende Prozesse digitalisiert).“

Welches Buch hat Dich zuletzt so beeindruckt, dass Du es einer Freundin weiterempfehlen würdest?
Nina: „Kurz wollte ich ein Buch über Demenz empfehlen, aber das ist vielleicht zu trist. Also etwas Unterhaltsames: Min Jin Lee’s Pachinko! Eine koreanisch-japanische Familiengeschichte über fast zwei Jahrhunderte hinweg mit Liebe, Kriminalität, Krieg, Stadt-Land-Gegensätzen, Geschwister- und andere Beziehungen, von totaler Armut zu totalem Reichtum und zurück, und alles verwebt mit der Mafia. Ein großer Spaß!“

Vielen Dank für Deine Inspiration und Deine wertvollen Tipps, liebe Nina!

Ereignisreicher Juni bei den Fintech Ladies

Wir blicken auf einen Juni voller Ereignisse zurück. Unsere Fintech Ladies waren fleißig unterwegs und haben für viele tolle #FTLDeepDives in unseren deutschen Hubs gesorgt. Außerdem sind einige der Fintech Ladies auch zu zahlreichen anderen Events ausgeschwirrt. Hier ein kleiner Round-Up mit unseren Juni-Highlights:

Hub Berlin: 11. Juni 2018 #FTLDeepDive
Anfang Juni hatte sich Christine Kiefer eine ganz besondere Location für einen DeepDive überlegt. Wir waren wir zu Gast bem Deutscher Bundestag. Wir danken MdB Matthias Hauer für den Empfang und die spannenden Einblicke!

Deutscher Bundestag: Zu Besuch bei Matthias Hauer

Hub Frankfurt: 14. Juni 2018 #FTLDeepDive
Benjamin Michel, PR Manager bei Finanzguru, weihte die Frankfurter Fintech Ladies in das Business Model und die Unternehmensgeschichte des Fintech-Unternehmens ein. Finanzguru hat einen digitalen Finanzassistenten entwickelt, der alle gewünschten Konten und Verträge übersichtlich in einer App bündelt.

Zu Gast bei dem Frankfurter FinTech Finanzguru

Hub München: 19. Juni 2018 #FTLDeepDive
Die Müncher Ladies hatten auch einen spannenden Gastgeber: Deloitte lud zu sich ein. Frage des Abends war: „Wie bekommt man als Robo-Advisor eine BaFin Lizenz?“ Sabine Schwarz von Deloitte stand dazu den zahlreichen Teilnehmerinnen Rede und Antwort.

Fintech Ladies München bei Deloitte

Berlin, die Zweite: 19. Juni 2018
Digitale Transformation war das Thema des Banking Club Treffens am 19. Juni in Berlin. Unsere Fintech Lady Sara Amini, Entrepreneur In Residence bei FinCompare, eröffnete die Fintech-Session mit einem starken Auftritt zum Thema „Warum Banken und Fintechs die Digitalisierung weiblicher denken müssen“. Außerdem wies sie in dem Zusammenhang auf die Ziele unseres Netzwerks hin: Vorurteile abbauen, Frauen in der Finanzbranche fördern und Netzwerke schaffen.

Sara Amini ©Foto by Banking Club

Frankfurt, 19. Juni 2018

Sommerfest Fondsfrauen

Jana Ebner war zu Gast auf dem Sommerfest der Fondsfrauen. Auf dem Bild sehen wir sie zusammen mit Anne Connelly, eine der 3 Gründerinnen der Fondsfrauen (s. auch unser Blogbeitrag).

Hub Hamburg: 21. Juni 2018 #FTLDeepDive
Mitte Juni waren die Hamburger Ladies bei ZINSLAND zu Gast. ZINSLAND betreibt Crowdfunding zur transparenten Beteiligung an Immobilien-Projekten renommierter Projektentwickler. Beim DeepDive ging es unter anderem um das Thema Frauen in Führungspositionen und wie man “alles unter einen Hut” kriegen kann.

FTL Hamburg @ZINSLAND

Berlin, die Dritte: 29. Juni 2018
Und zu guter Letzt fand Ende Juni der zweite Compliance Lunch, geführt von Daniela Reimann (Director Legal, Risk & Compliance bei smava) statt.  Wenn ihr Interesse habt, hier beim nächsten Treffen dabei zu sein, meldet euch bei  unter berlin@fintechladies.com an. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch!

Foto vom 1. Compliance Lunch in Berlin

“Needs & Leeds” beim FTLDeepDive bei der paysafecard

Vor etwas über zwei Jahren wurden die Fintech Ladies in Deutschland ins Leben gerufen. Das Netzwerk wurde von Christine Kiefer gegründet und möchte Gründerinnen und Geschäftsführerinnen, Entscheiderinnen, Beraterinnen und interessierte Frauen aus der Fintech- und InsurTech-Szene zusammenbringen. Seit der Gründung sind die Fintech Ladies in Deutschland enorm gewachsen. Das Netzwerk unterstützt heute mehr als 450 Ladies aus dem Finanzwesen, die sich gegenseitig in der von überwiegend Männern dominierten Branche unterstützen möchten.

Neben einem Schweizer Hub wurde in Österreich ein neuer Standort ins Leben gerufen, welcher nun offiziell gestartet ist. Susanne Krehl, Managing Director Austria & Switzerland bei Barzahlen, und Johanna Maria Leiner, Head of Policy & Assurance bei der Paysafe Group, leiten den österreichischen Ableger und laden die lokale Community fortan zu regelmäßigen Treffen ein. Bei den sogenannten Fintech DeepDives trifft sich die lokale Community quartalsweise bei ausgewählten Unternehmen, die über ihren Werdegang und aktuelle Herausforderungen in der Branche berichten. Die Sessions geben ferner Insights in die Praktiken der Branche und ermöglichen persönliche Gespräche.

Susanne Krehl & Johanna Maria Leiner (v.l.n.r.) © Martina Siebenhandl

Am 23. Mai 2018 fand das erste Treffen bei der paysafecard in Wien statt. Der Teilnehmerinnen-Kreis war bunt gemischt: Insgesamt waren 17 Ladies von der Finanzmarktaufsicht, Banken, Rechtsanwaltskanzleien, Versicherungen, Beratungsfirmen, Start-Ups und Finanzunternehmen anwesend.

Johanna Maria Leiner stellte zuerst das Unternehmen vor, bei welchem sie seit dem Jahr 2013 beschäftigt ist und zeigte Neuerungen der Branche auf. Die Paysafe Group verfügt über eine englische Lizenz der Financial Conduct Authority (kurz: FCA) und bietet Prepaid-Lösungen unter den Marken paysafecard und mypaysafecard an. Die paysafecard ist ein weltweit in 45 Ländern und an über 600.000 Verkaufsstellen verfügbares Online-Prepaid-Zahlungsmittel. Vom Firmensitz in Wien aus hat sich der Zahlungsdienstleister mit den Marken paysafecard, mypaysafecard und paysafecard Mastercard® zu einem der Marktführer für Prepaid-Zahlungsmittel entwickelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 in Österreich gegründet und gehört zur englischen Paysafe Gruppe.

Der ganze Abend stand unter dem Motto „Needs & Leeds“ – also gezieltes Networking auf höchstem Niveau. Andrea Dunlop, CEO Acquiring bei der Paysafe Group, sprach nach der Firmenvorstellung in ihrer Präsentation über übliche geschlechtsspezifische Rollenverteilungen, in welcher Frauen oftmals selbstkritisch, perfektionistisch und eher risikoscheu veranlagt sind. In diesem Zusammenhang sprach sie auch die Wichtigkeit von Netzwerkvereinigungen wie das der Fintech Ladies an, da sich die Teilnehmerinnen hier auf Augenhöhe austauschen, Empfehlungen aussprechen können und sich zugleich gegenseitig inspirieren.

„Jede von uns kann ein Game Changer sein – Du musst nur an Dich glauben, einen Schritt nach vorne gehen und stets die Gelegenheiten, die sich Dir anbieten, beim Schopfe packen“, so Andrea. Um erfolgreich zu sein, muss man auch mal bewusst Risiken eingehen und für so andere sichtbar werden, so ihre Meinung. Von selbstbewussten Frauen, die mehr Präsenz zeigen und sich selbst vermarkten, profitieren letztlich auch die Unternehmen.

Kennenlernen beim FTL DeepDive © Martina Siebenhandl

Im Verlaufe des Abends stellten sich alle Teilnehmerinnen kurz vor und erzählten von ihren persönlichen Karriere-Geschichten. Außerdem wiesen sie darauf hin, wie sie persönlich das Netzwerk bereichern und in welchem spezifischen Bereich sie den anderen Teilnehmerinnen Unterstützung anbieten können. Die Geschichten über die individuellen Karrierewege – geprägt von großen Erfolgen aber auch so manchen Herausforderungen – war eine inspirierende Erfahrung für alle.

Need & Leeds © Martina Siebenhandl

Der gelungene Abend endete mit einer kleinen Besichtigungstour durch das Bürogebäude der paysafecard – übrigens ausgezeichnet als „Great Place to Work“ – und viel Networking unter den Ladies, leckerem Fingerfood und einem Glas Wein. “Unser erstes Wiener Fintech Ladies Treffen war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Der Austausch mit allen Beteiligten hat gezeigt, wie wichtig Netzwerke einfach sind. Insbesondere gezielte Vereinigungen rund um ein kompetentes Expertenumfeld wie unser Fintech Ladies Netzwerk, sind extrem wichtig für einen wachsenden Industriezweig”, resümiert Johanna Maria Leiner den Abend.

© Martina Siebenhandl

 

5 Fragen an… Dr. Anna L. Izzo-Wagner

Und weiter geht es mit unserer neuen Interview-Reihe. Heute stellen wir euch mit Dr. Anna L. Izzo-Wagner wieder eine inspirierende Fintech Lady vor. Anna ist Partnerin im Bereich Banking and Investment Regulatory bei Taylor Wessing.

©Anna L. Izzo-Wagner

Was sind Deine drei Tipps, um als Frau in der Fintech-Branche erfolgreich zu sein?
Anna: „Verlasse die Comfort Zone, streife Unsicherheiten ab und netzwerke. Alternativ könnte es auch heißen: Netzwerke, netzwerke mehr und netzwerke direkt. Grundsätzlich bin ich kein Fan dessen, zum Zwecke der Karriere männliche Verhaltensmuster schlicht zu kopieren. Beim Thema Netzwerken mache ich jedoch klar eine Ausnahme. Männer netzwerken in der Regel direkt und offen und damit höchst effizient.“

Warum übt Fintech auf dich persönlich so eine Faszination aus?
Anna: „Das hat verschiedene Gründe: Ganz zuvorderst bietet es mir als anwaltlichen Berater ganz viele neue Facetten im Berufsalltag – sowohl rechtlicher Art als auch im Hinblick auf meine Mandanten. Eine ermüdende Routine ist damit nahezu ausgeschlossen.

Zum anderen empfinde ich es gerade für Deutschland als extrem bereichernd. Deutschland hängt der Ruf nach, gerade in Sachen Finanztechnologie anderen Ländern hinter zu hinken. Gerne wird auch über den „ängstlichen“ deutschen Kunden berichtet. Doch gerade die letzten Jahre haben meines Erachtens wahnsinnig viel Bewegung reingebracht. Sei es im Mandantenkontakt oder auf internationalen Veranstaltungen: die Resonanz von ausländischen Market Playern zum deutschen Fintech-Markt ist extrem positiv!

Und schließlich fasziniert mich einfach die ganze „Vitalität“ in der Branche – das ist definitiv etwas, was ich aus der traditionellen Banken- und Finanzdienstleistungswelt so nicht kenne.“

Was machen Frauen im Berufsleben anders als Männer?
Anna: „Im positiven Sinne (und in gewisser Weise bedient das natürlich ein Klischee): Frauen wirken sowohl im Team als auch in einem Projekt sowie in der fortlaufenden Mandantenpflege „integrativ“. Das wirkt vertrauensstiftend, aber vor allem stabilisierend und fängt Unstimmigkeiten frühzeitig ein. Im negativen Sinne: Frauen netzwerken weniger, weniger direkt und damit weniger effizient.

Was ist deine größte bisherige oder permanente Herausforderung in deinem Job?
Anna: „Ich schwanke zwischen den Anzugshosen und Blazern ohne Hosentaschen und dem Risiko, dass man als Frau auf Veranstaltungen nach wie vor Gefahr läuft, um Kaffee gebeten zu werden.

Spaß beiseite: Der jüngste Generationenwechsel hat enorme Veränderungen mit sich gebracht – meine Generation und jüngere Kollegen lösen sich zunehmend vom Geschlechterdenken und Kompetenz wird mehr und mehr zum vorrangig entscheidenden Faktor. Den älteren Generationen fällt das weiterhin schwer. Aber das hat ggf. auch etwas damit zu tun, dass man hier in alt etablierte Netzwerke eindringt, welche traditionell männlich geprägt sind.“

Und die letzte Frage: Was ist Dein Ausgleich zu Deinem Job?
Anna: „Meine großartige vierjährige Tochter und mein Mann, das Laufen, die Natur, die Erkundung neuer Regionen und der Austausch mit meinen Freunden – idealerweise sind alle genannten Personen und Aspekte in einer Aktivität miteinander verbunden :-)“

Danke, liebe Anna, dass Du Deine Ansichten mit uns geteilt hast!